Polizisten erschossen: Haftbefehle gegen Tatverdächtige

Stand: 01.02.2022, 14:59 Uhr

Nach den tödlichen Schüssen auf eine Polizistin und einen Polizisten sind zwei festgenommene Tatverdächtige dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden.

Am frühen Nachmittag haben sich Polizei und Staatsanwaltschaft zu den Ermittlungen geäußert. "Seit gestern Morgen gilt für unsere Polizeipräsidium hier in Kaiserslautern eine neue Zeitrechnung." Das sagte Michael Denne, Leiter des Präsidiums, zu Beginn der Pressekonferenz. Er sprach allen Betroffenen sein Beileid aus.

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in der Pfalz befinden sich die beiden Verdächtigen nun in Untersuchungshaft. Das teilten die Ermittler weiter mit. Ein Richter am Amtsgericht Kaiserslautern habe einen Haftbefehl wegen gemeinschaftlicher Tötung erlassen.

Polizei geht von Verdeckungstat aus

Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine Verdeckungstat handelt. Die getöteten Polizisten hatten den Kastenwagen der Verdächtigen - wohl zufällig - kontrolliert. Sie hatten dabei eine große Anzahl von erlegten Wildtieren gefunden.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Tatverdächtige von Spezialeinheiten festgenommen

Polizeiabsperrung am Tatort

Polizeiabsperrung am Tatort

Es handelt sich bei den Tatverdächtigen um einen 38-Jährigen und einen 32-Jährigen. Beide wurden von Spezialeinheiten festgenommen, sagte Polizei-Pressesprecherin Melanie Moorland. Sie sollen keinen Widerstand geleistet haben. Beide Tatverdächtige waren bereits polizeilich in Erscheinung getreten.

Am Tatort war der Personalausweis des 38-jährigen Verdächtigen gefunden worden. Es handelt sich um einen Wildhändler aus dem Saarland. Bei den Ermittlungen seien eine Schrotflinte und ein Jagdgewehr sichergestellt worden.

Tat bei Polizeikontrolle bisher nur teilweise rekonstruiert

Der Tathergang konnte bislang nur teilweise rekonstruiert werden. Der männliche Beamte sei viermal getroffen worden, teilten die Ermittler mit. Ein Schuss traf den Kopf des 29-Jährigen. Seine getötete 24-jährige Kollegin wurde einmal in den Kopf getroffen. Bei ihr handelt es sich um eine Polizeianwärterin, die laut den Ermittlern kurz vor ihrem Abschluss stand. Es sei aber nicht üblich, dass Polizeianwärter an Verkehrskontrollen teilnehmen.

Eine Verkehrskontrolle ist eine Routinearbeit für Beamten. Doch was ist, wenn dabei geschossen wird und wie gut kann man überhaupt auf so eine Situation vorbereiten? "Bei aller Eigensicherung bleibt immer ein Restrisiko", sagte Jörg Dietermann von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW im Gespräch mit dem WDR. "Das schiebt man bei vielen Einsatzsituationen beiseite, sonst wäre man gar nicht handlungsfähig."

Noch Funkspruch abgesetzt

Die 24 Jahre alte Polizeianwärterin und der 29 Jahre alte Polizeibeamte der Polizei-Inspektion Kusel konnten vor der Tat noch einen Funkspruch absetzen mit den Worten: "Die schießen." Als die Verstärkung am Tatort ankam, sei es für die Studentin der Hochschule der Polizei und ihren Kollegen bereits zu spät gewesen.

Polizeifahrzeug am Tatort

Fand hier die Fahzeugkontrolle statt?

Die Beamten der Polizei-Inspektion Kusel seien auf einer routinemäßigen Streifenfahrt unterwegs gewesen und hätten den Wagen auf einer Kreisstraße in Ulmet in der Westpfalz gestoppt, hieß es. Die Fahndungsmaßnahmen laufen weiter. Aus der Bevölkerung waren allein bis zum gestrigen Nachmittag mehr als 50 Hinweise eingegangen.

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen