Demo gegen Polizeigewalt in Leichlingen

Drei Polizisten beobachten eine Kundgebung

Demo gegen Polizeigewalt in Leichlingen

In Leichlingen hat am Samstag das Bündnis "Forum gegen Polizeigewalt und Repression" gegen die Politik des NRW-Innenministeriums demonstriert. Zwischenfälle gab es nicht.

Die Innenpolitik der NRW-Landesregierung ist ihnen ein Dorn im Auge. Daher sind etwa 120 Demonstranten vom Bündnis "Forum gegen Polizeigewalt und Repression" am Samstag auf die Straße gegangen. Im Stadtpark in Leichlingen (Rheinisch-Bergischer Kreis) versammelten sie sich und machten bei einem massiven Polizeiaufgebot ihrem Unmut Luft - trotz tropischer Temperaturen.

Ursprünglich war die Demo vor dem Privathaus von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) geplant gewesen. Reul lebt in der Nähe des Stadtpark in Leichlingen. Das war allerdings verboten worden. Grund: Auch Personen des öffentlichen Lebens hätten Persönlichkeitsrechte und damit einen Anspruch darauf, dass das private Umfeld geschützt werde. Darum wurde auch die Straße vor Reuls Privathaus vorsorglich von der Polizei abgeriegelt.

Demonstranten erheben schwere Vorwürfe gegen Reul

Die Proteste im Stadtpark richteten sich gegen die Politik von Reul, der seit drei Jahren Innenminister ist. Reul als oberstem Dienstherr der Polizei warfen die Demonstranten vor, dass seine Politik Polizeigewalt und Willkür fördere. In seiner Amtszeit seien zahlreichen Menschen bei Polizeieinsätzen umgekommen. Die eingeleiteten Verfahren gegen die Beamten seien meist mit Verweis auf Notwehr eingestellt worden, eine ernsthafte Aufklärung habe es nie gegeben.

Auch stünden vornehmlich Menschen mit fremdländischen Aussehen im Visier von Polizeikontrollen. Der Minister verstecke sich hinter der Äußerung, dass "Racial Profiling" nicht erlaubt sei und somit nicht stattfinde. Von Reul selbst und seinem Ministerium gab es keine Stellungnahme zu den Vorwürfen und der Demo.

Opfer von Polizeigewalt kamen zu Wort

Auf der Demonstration berichteten mutmaßliche Opfer von Polizeigewalt über ihre Erfahrungen. Darunter auch Eltern, deren Kinder bei Polizeieinsätzen ums Leben gekommen waren.

Einige menschen sitzen verteilt auf einer Wiese vor einem Zelt

Während der mehrstündigen Proteste, an denen auch linke Gruppierungen aus Wuppertal und Essen teilnahmen, kam es weder zu Zwischenfällen, noch zu Ausschreitungen. Die Demonstranten befolgten auch die Corona-Abstandsregeln. Gegen 16:30 Uhr habe sich die Demonstration aufgelöst, so die Polizei.

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WDR 2 21.07.2020 03:21 Min. Verfügbar bis 21.07.2021 WDR Online

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Stand: 08.08.2020, 18:29

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