Polizei in NRW: Social-Media-Experten dringend gesucht

Eine Person sitzt an einem Schreibtisch vor Bildschirmen und sichtet Social-Media Plattformen.

Polizei in NRW: Social-Media-Experten dringend gesucht

Um bei akuten Großeinsätzen aber auch Vermisstenfällen effektiver handeln zu können, stockt die Polizei in NRW das Personal auf - und sucht Experten für Twitter, Facebook und Co.

Die Polizei in NRW sucht Social-Media-Experten, die bei Facebook, Twitter oder Instagram Informationen recherchieren - um die Kollegen im Einsatz zu unterstützen. So könnten die Polizisten beispielsweise mit aktuellen Fotos von vermissten Personen versorgt werden oder Internet-Videos gesichtet werden, wenn es eine Großlage wie einen Amoklauf gibt.

Das Innenministerium bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass jetzt entsprechende "Monitoring- und Kommunikationscenter" (GMKC) eingerichtet werden. Die Stellen dafür werden zurzeit ausgeschrieben - gesucht werden Zivilisten, sogenannte Regierungsbeschäftigte.

Informationen können bei Fahndung helfen

Voraussetzung ist laut Ausschreibung ein abgeschlossenes Studium oder eine Ausbildung zum "Informations-Broker" oder Social-Media-Manager. Auch Informatiker werden gesucht. Grundgehalt: Rund 3.400 Euro.

Sie sollen die Polizisten im Einsatz beispielsweise mit Informationen zu Örtlichkeiten aber auch mit sogenannten Echtzeitinformationen versorgen, die ihnen bei unter anderem bei Amokläufen, Fahndungen oder Personensuchen aber auch im Kampf gegen Straßenkriminalität helfen können.

Forschungsprojekt "Sentinel"

Auf der Suche nach Informationen

Auf der Suche nach Informationen

Hintergrund ist das Forschungsprojekt "Sentinel" der Deutschen Hochschule der Polizei, an dem unter anderem das Präsidium in Dortmund beteiligt war. Danach vereinen soziale Medien riesige Datenbestände von Fotos, Videos, Informationen und Nachrichten, die als Recherchefundus für die Polizei dienen können.

Diese sogenannte "Open Source Intelligence" (OSINT), ein Informationsnetz aus freien Quellen, wird für die Polizei immer wichtiger. "Ziel ist es, durch die Verwendung fachkundiger Regierungsbeschäftigter, die Kompetenz in OSINT-Recherchen zu erweitern und Polizeivollzugsbeamte von Recherchetätigkeiten zu entlasten", so ein Sprecher des NRW-Innenministeriums.

Zunächst sollen laut Ministerium die Kriminalhauptstellen Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster jeweils ein GMKC bekommen. Eine Ausweitung auf andere Dienststellen sei bei positiven Erfahrungen nicht ausgeschlossen.

Soziale Medien – Wie sicher sind unsere Daten? Planet Wissen 26.02.2019 57:57 Min. UT Verfügbar bis 26.02.2024 WDR

Stand: 29.11.2020, 13:06

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