Was bringen im Vorfeld bekannte Polizeikontrollen?

Polizist, Kelle zum Anhalten erhoben

Was bringen im Vorfeld bekannte Polizeikontrollen?

Von Frank Menke

  • Polizeiaktion in NRW wegen Handynutzung am Steuer
  • Landesweiter Kontrolltag im Vorfeld bekannt
  • Wie sinnvoll ist das?

Es war das gleiche Procedere wie einst beim sogenannten Blitz-Marathon. Das NRW-Innenministerium hatte vorab die Medien informiert und die wiederum die Öffentlichkeit: Am Mittwoch (08.05.2019) wird es landesweit Polizeikontrollen geben. Im Fokus: Ablenkung im Straßenverkehr. Schwerpunkt dabei: die verbotene Handynutzung am Steuer oder Lenker.

Da stellt sich die Frage: Wie sinnvoll sind Polizeikontrollen eigentlich noch, wenn Auto- und Fahrradfahrer im Vorfeld davon in Kenntnis gesetzt werden?

Viele Verstöße trotz Ankündigung

Womöglich wären der Polizei deutlich mehr als jene 2.887 Verkehrsteilnehmer aufgefallen, die mit einem Handy oder anderem elektronischen Gerät am Steuer oder Lenker erwischt wurden. "Das ist durchaus denkbar", sagte eine Sprecherin des NRW-Innnenministeriums dem WDR am Donnerstag (09.05.2019). Sie gab aber zugleich zu bedenken: "Obwohl bekannt war, dass der Kontrolltag stattfinden würde, haben wir eine so hohe Zahl an Verstößen. Das ist schon erschreckend."

Botschaft öffentlichkeitswirksam vermitteln

Mit Kontrolltagen wie diesem und dem damit verbundenen Gang an die Öffentlichkeit verfolgt das Ministerium ein höheres Ziel als das der reinen Sanktionierung von Verkehrsverstößen. "Wir müssen natürlich dafür sorgen, dass die Medien bei solchen Aktionen vor Ort sind, sonst bekommen wir unsere Botschaft nicht rüber", sagte die Ministeriumsprecherin.

Die Botschaft, die das Ministerium in Sachen Handynutzung im Straßenverkehr verbreiten möchte, liegt auf der Hand. "Wir wollen die Verkehrsteilnehmer dafür sensibilisieren, wie gefährlich ein solches Verhalten ist, was dabei alles passieren kann", so die Ministeriumsprecherin. Einen solchen Kontrolltag müsse man deshalb groß aufziehen, damit er öffentlichkeitswirksam sei und auch erzieherisch wirke.

Manche sind unbelehrbar

Zumindest eine Autofahrerin in Heinsberg zeigte sich allerdings gegen jeden pädagogischen Ansatz seitens der Polizei völlig immun. Sie war angehalten worden, weil sie am Steuer telefoniert hatte. Nachdem sie sich 100 Euro Bußgeld, einen Punkt im Zentralverkehrsregister und auch die Belehrung der Polizei eingehandelt hatte, fuhr sie gleich darauf in die nächste Kontrolle - wieder mit dem Handy am Ohr. Konsequenz: Die Polizei kassierte nun den doppelten Bußgeldsatz, weil sie von Vorsatz ausgehen durfte.

Verkehrsteilnehmern wie dieser Dame gibt die Ministeriumssprecherin den pädagogisch gemeinten Hinweis mit auf den Weg: "Die Polizei kontrolliert 365 Tage im Jahr - unangekündigt."

Stand: 09.05.2019, 17:56

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