Plastikverbot: Geht es wirklich ohne Kunststoff?

EU verbietet Einweg-Plastik WDR aktuell 19.12.2018 01:29 Min. Verfügbar bis 19.12.2019 WDR

Plastikverbot: Geht es wirklich ohne Kunststoff?

  • EU verbietet Einweg-Produkte aus Plastik
  • Nicht alle Alternativen sind umweltfreundlich
  • Kunststoffindustrie vor großen Herausforderungen

Die Europäische Union hat am Mittwoch (19.12.2018) ein Verbot von Plastiktellern, Trinkhalmen und anderen Wegwerfprodukten aus Kunststoff beschlossen. Grund: Plastikmüll wird kaum recycelt. Stattdessen landen mehr als 80 Prozent davon in den Meeren, wo es die Ökosysteme bedroht, und auf Umwegen als Mikroplastik im Menschen. Viele Kunststoffe stehen auch im Verdacht, gesundheitsgefährdende Substanzen zu enthalten.

Bambus, Baumwolle, Bienenwachs

Das Verbot gilt allerdings nicht für sämtliche Einweg-Produkte: Wenn es keinen umweltfreundlichen Ersatz gibt, dürfen sie weiter vertrieben werden. Der Markt für Alternativen wächst aber: Es gibt Trinkhalme aus Edelstahl, Glas und sogar Nudeln, Bambus-Kaffeebecher aus Bambus, Baumwoll-Einkaufsnetze und Bienenwachs-Frischhaltefolie.

Aber: Nicht alle Ersatz-Produkte sind automatisch umweltfreundlich. "Plastik hat keine schlechte CO2-Bilanz", sagt Philip Held von der Verbraucherzentrale NRW. "Wenn wir nun alle Menüboxen aus Aluminium kaufen, wäre das sogar sehr schlecht für die Umwelt. Auch wenn alle Ersatzstoffe aus Papier oder Pappe hergestellt werden, ist das für die Klimabilanz nicht unbedingt besser. Dann ist es am Strand zwar sauberer, aber der Umwelt ist nicht geholfen", erklärt Held.

Auf der Suche nach Alternativen

Ein Ausweg wäre Biokunststoff aus Stärke oder Milchsäure - Rohstoffe, die nachwachsen und meistens auch biologisch abbaubar sind. Die Verpackungsindustrie treibt die Forschungen voran, der Anteil der neuen Stoffe ist aber noch gering.

Eine Herausforderung für die Branche

Das Bild zeig Plastikmüll am Strand.

Mit solchen Forschungsvorhaben versucht die Kunststoff-Industrie, den Strukturwandel zu schaffen. Gerade in NRW gibt es besonders viele Unternehmen, die Kunststoffe erzeugen und verarbeiten und die dafür nötigen Maschinen bauen. Wie das Netzwerk "kunststoffland NRW" dem WDR sagte, arbeiten 140.000 Beschäftigte in über 1.000 Unternehmen mit einem Umsatz von 37 Milliarden Euro - fast ein Drittel der deutschen Kunststoffindustrie.

Es geht auch ganz ohne Verpackung

Es gibt aber auch schon Verbraucher, die inzwischen lieber ganz auf Plastikverpackungen verzichten und in "Unverpackt-Läden" einkaufen, die es in ganz NRW gibt. "Das sind nicht mehr nur die sogenannten Ökos", sagt die "von Grünstadt"-Geschäftsführerin Helen Mohr in Essen. Das Interesse geht quer durch die Bevölkerung. Jeder will ja Plastik vermeiden und wenn jeder im Kleinen etwas tut, entsteht vielleicht etwas Großes", sagte Mohr.

Plastikverbot: Welche Alternativen gibt es?

WDR 5 Profit - aktuell 19.12.2018 03:07 Min. Verfügbar bis 19.12.2019 WDR 5

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Stand: 19.12.2018, 17:24

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