Plastiktütenverbot: Was heißt das für den Verbraucher?

Plastiktütenverbot: Was heißt das für den Verbraucher?

Von Oliver Scheel

  • Bundesregierung legt Gesetzentwurf zu Plastiktütenverbot vor
  • Hohe Geldstrafen für Händler - Verbot könnte 2020 kommen
  • Was heißt das für Verbraucher? Drei Fragen - drei Antworten
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Die Bilder von an Plastikabfällen erstickten Seevögeln sind genauso schwer zu ertragen wie die Vorstellung, dass es im Pazifik Plastikstrudel von der Größe Mitteleuropas gibt.

Die Bundesregierung will daher Tüten aus Plastik aus dem Einzelhandel verbannen. Dazu liegt nach Angaben des ARD-Hauptstadtstudios ein Gesetzentwurf vor, der schon im ersten Halbjahr 2020 in Kraft treten könnte. Demnach droht Händlern bei Verstößen eine Geldstrafe von bis zu 100.000 Euro. Was bedeutet der Gesetzentwurf für den Verbraucher und wie sieht dann der Einkauf in der Zukunft aus?

Welche Tüte hat die beste Ökobilanz?

Der gute alte Jute- oder Baumwollbeutel hat eine wesentlich schlechtere Klimabilanz als die Plastiktüte. Laut Naturschutzbund (Nabu) hat der Stoffbeutel eine 100 Mal schlechtere Ökobilanz als eine Plastiktüte. Das liegt vor allem am wasserintensiven Anbau von Baumwolle und am Transport. Mit anderen Worten: Man muss einen Baumwollbeutel mindestens 100 Mal benutzen, um die Klimabilanz auszugleichen.

Papiertüten sind dann eine Alternative, wenn sie aus echtem Altpapier hergestellt sind. Daher sollte man auf den Blauen Engel achten. Papiertüten rechnen sich ökologisch, wenn sie dreimal so oft genutzt werden, wie eine erdölbasierte Plastiktüte.

Sind Bioplastiktüten eine Alternative?

Es gibt auch Plastiktüten, die biologisch abbaubar sind. Doch auch die sollen verboten werden, da die Entsorger nicht zwischen abbaubaren und nicht-abbaubaren unterscheiden können. Eine Alternative sind daher sogenannte Permanent-Tragetaschen, wenn sie einen Recyclinganteil von 100 Prozent haben.

Was kann ich als Verbraucher tun?

Die beste Tüte ist die, die nicht gebraucht wird. Beim Einkauf sollte man daher immer einen Rucksack oder eine Tasche dabei haben. Und: Egal, welches Material, eine Mehrfachnutzung ist immer besser als eine neue Tüte. So kann auch eine Plastiktüte immer noch als Müllbeutel für den Gelben Sack dienen.

Stand: 06.09.2019, 12:22

Kommentare zum Thema

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22 Kommentare

  • 22 Udo Flammiger 07.09.2019, 12:05 Uhr

    Solange man sich nicht traut, die wahren Verschmutzer der Meere zu verantwortlichen Maßnahmen zu bewegen, wird sich an der Vermüllung der Meere wahrscheinlich nichts ändern. U.a. Indien, Indonesien und China haben Regionen, in denen es keine geregelte Abfallentsorgung gibt und der Hausmüll, einschließlich Plastik, im nahe gelegenen Bach oder Fluss entsorgt wird und so in großen Mengen in die Ozeane gelangt. Dann gibt es auch die Länder, bei denen alles auf Mülldeponien oder Müllinseln landet und dort einfach so verbrannt wird. Dort muss man dringendst ansetzen!!!

  • 21 Anonym 07.09.2019, 09:56 Uhr

    Plastiktütenverbot, ist doch längst bekannt. Das Problem am Anfang jeden Schuljahres hätte die Politik beschäftigen müssen. Jetzt werden wieder Plastikmappen, Klarsichtfolien, Klarsichthüllen und andere Plastikmaterialien für den Schulstart gekauft. Alle diese Produkte zerfallen schon in der Schultasche und verteilen sich als Mikroplastik in der Umwelt. Zu testen indem man nach einiger Zeit die Schultasche ausschüttet. Mir und meinen Freunden wurden Sanktionen angedroht, als wir auf diesen Plastik-Wahnsinn verzichten wollten. Die Sanktionen bestehen aus:Schlechter Zensur, Kassenbucheintrag, Vorsprechen beim Rektor ( alles in seinem Zimmer besteht aus Plastik) und natürlich den obligatorischen Elternbriefen. Poem for Future Hatte einmal eine gute Idee Plastikmüll tut der Umwelt weh Wollte in der Schule Fortschritt zeigen Musste dafür leiden Meine fünf in Deutsch und Ethik sicher Das kann doch garnicht sein So darf Deutschland nicht mehr sein Aber ich habe Ehre und achte Mutter Erde Fein

  • 20 Uschi 07.09.2019, 09:21 Uhr

    Seid Jahren wird darüber diskutiert. Was ist so schwer daran ein Verbot für plastik tüten zu erwirken. Bei so vielen Sachen geht es doch auch ( KAT beim Auto). Habe seit Jahren schon stoff beutel. Papiertueten sind keine Alternative, höchstens für leichte Einkäufe. Sobald schwere Sachen drin sind, gehen sie meistens kaputt. Stoffbeutel hingegen halten vor allem viel länger, man kann sie klein falten und man kann sie waschen. Und da man ja mehr als 100 mal im Jahr einkaufen geht lohnt es sich. Im Laden sollte eine Plastiktüte 5 Euro kosten und die Papiertueten 2,50 Euro. Die Stoffbeutel 1 Euro. Mal sehen für was sich mehrheit entscheiden würde. PLASTIK NICHT GUT FÜR DIE UMWELT ?????????? PAPIER NICHT GUT FÜR UNSERE WAELDER. ???????? DA BLEIBT JA NICHT VIEL. ????????

  • 19 Rheinländer 07.09.2019, 08:43 Uhr

    Als ich Kind war, ging man nur mit Einkaufstasche einkaufen. Da gab es gar keine Tüten. Und auf dem Markt mit Weidenkorb und lose Ware wurde in Zeitungspapier eingewickelt. Wie konnte die Menschheit bis dahin nur überleben? Es geht alles. Der Verpackungswahn ging dann irgendwann los. Aber bei der Anti-Haltung der überwiegenden Kommentare hier: andere machen mehr Schmutz, die Grünen blabla, aber auf Mallorca.... lässt sich kein Blumentopf gewinnen. Keine Ahnung, warum es in den Köpfen nicht ankommt. Und ich bin dafür, dass der ganz Verpackungs-Quatsch und der Einweg-Müll verschwindet. Es geht alles, wenn man nur will.

    • Kokolores 07.09.2019, 17:57 Uhr

      Warten Sie ab, die Weidenkätzchen werden zu passender Zeit schon aufmiauen. Und Zeitungen gehören ins Altpapier. Man kann es nur verkehrt machen.

  • 18 Gerdu 07.09.2019, 05:58 Uhr

    Ich finde das mit den Tüten ziemlich ablenkend. Klar muss man hier verantwortlich handeln. Aber, solange wir regelmässig neue Reifen am Auto brauchen, braucht sich doch keiner Gedanken über Tüten und so machen. Hat mal einer überlegt, wie viel Gummiabrieb so ein Auto produziert? Wen Reifen abgefahren werden dann landet dieser Kunststoff mit Sicherheit fein gerieben auf unseren Äcker und in den Flüssen. Ich warte nur darauf, dass Gummireifen verboten werden.

  • 17 B. Freischheim 06.09.2019, 21:01 Uhr

    Das was Frau Schulze/SPD uns da auf den Tisch gelegt ist, auch nach Meinung des überwiegenden Teils der deutschen Medien, viel Wirbel um wenig, sehr wenig. Wenn sich auf der freiwilligen Basis der Händler und Verbraucher der Gebrauch von Plastiktüten gegenüber 2015 um mehr als 70% verringert hat, wozu dann noch dieser Populismus?? Der WDR scheint der einzige Sender zu sein, der sich dieses Themas so umfangreich widmet, um uns weise zu machen, das wär Schulzes "großer Wurf"! Ich sage weit gefehlt, offensichtlich haben diesen Bericht Mitglieder der SPD und Grünen verfasst!!

  • 16 Dorothea Fenske 06.09.2019, 18:45 Uhr

    Warum müssen die Deutschen inallem Vorreiter sein? Bin gerade auf Mallorca, hier müsste erst mal was inder Richtung P,astik vermeiden passieren. Es gibt z. B . noch immer keine Mehrwegflaschen oder dergleichen. Im Handel gibt es Einweggeschirr von dem ich in Deutschland auch zu Glanzzeiten noch nie etwas gesehen habe. Ich persönlich habe zu Hause und auch hier für Lebensmittel nur Mehrwegtaschen. Aber soll ich beim Kleidungkauf den Rucksack nehmen oder alles in der Hand transportieren? Hier ict der Handel gefragt. Man kann die ganzen Diskussionen nicht mehr hören.

  • 15 Achim 06.09.2019, 18:35 Uhr

    Wie kommt der Plaszikmüll eigentlich ins Meer, das ist wohl die Hauptfrage. Weil es überall auf diser Welt Staaten und Menschen gibt, denen das scheiß egal ist, wo ihr Plastikmüll landet. Solange es einem brasilianschen Präsidenten egal ist, wer den Regenwald abbrennt und rodet, wird sich auch nicht viel ändern. Andererseits sind wir Europäer mit verantworlich für so eine Umweltpolitik. Weil wir kaufen das, was es im Laden oder dem Internet für günstige Preise gibt. Früher ging man noch vor Ort ins Geschäfft und heute läßt man sich das einfach liefern und hat auch kein schlechtes Gewissen die Ware zurück zu geben.

  • 14 Reinhard E. Wagner 06.09.2019, 18:27 Uhr

    Wenn Menschen gedankenlos beim Einkaufen auf Verpackungen zurückgreifen, die besser nie hergestellt worden wären, dann liegt es definitiv an deren Konsumverhalten, dass wir ein Problem mit dem Verpackungs-/Plastikmüll haben. Und dabei geht es nicht nur um die Plastiktüten, sondern auch um die Plastikflaschen von Shampoo, Smoothy und Konsorten und um den vermeidbaren Plastikmüll, der aber leider für Profit bei der Verpackungsindustrie sorgt. Solange es dort keinen Stopp bei der Herstellung gibt, werden Menschen weiterhin gedankenlos zugreifen und (ver)brauchen, was eigentlich nicht in die Umwelt gehört. Jeder muss sich an die eigene Nase fassen, um festzustellen, wo er noch mehr für den Umweltschutz leisten kann. WIR MÜSSEN ALLE UMDENKEN, DAMIT UNSERE ERDE WEITER SO LEBENS- UND LIEBENSWERT BLEIBT. In unserer Stadt Köln können wir jeden Tag erleben, wie sorglos Mitbürger mit Müll umgehen, denn der wird doch von der AWB beseitigt. Sollen die sich doch darum kümmern – ganz falsch gedacht.

    • Arbeiter 06.09.2019, 18:58 Uhr

      Jow wir sollten wieder mig unseren eignen Döschen bei Tante Emma vorbei und dort Shampo, Seife, Butter und den Rest einkaufen. Na toll, da wird einkaufen wieder richtig Spaß machen. Wir sollten bis dahin alles verbieten. Na Mahlzeit

    • Praktikerlösung 07.09.2019, 18:03 Uhr

      Und wer noch alte Tüten hat und sie benutzt, wird erschossen, und die aufgedruckte Firma zahlt ein Bußgeld ab 300 000 Euro.

  • 13 Arbeiter 06.09.2019, 18:08 Uhr

    Das hält man ja la gsam nicht mehr aus. Dachte bisher sind die Grünen die Verbotspartei aber die werden ja glatt von der SPD eingeholt. Ja wir Deutschen müssen alles verboten bekommen, sonst geht bei uns nichts. Verstand ist mal wieder nicht gefragt, das können wir ja auch nicht. Dem Ökowahn sei Dank gibt es Verbote. Armes Deutschland du schaffst dich langsam ab. Macht weiter so, dann sitzen wir irgendwann im Kartoffelacker und bringen unsere Ernte im Jutebeutel mit dem Fahrrad, natürlich, nach Hause. Ich will hier langsam weg.

  • 12 Gast aus OWL 06.09.2019, 17:51 Uhr

    Ein Journalist von NTV berichtete, dass 90% des Plastikmülls in den asiatischen Meeren aus Fernost, vor allem China stammt. Das ist schon seit langem bekannt, ist aber noch nicht zu jedem durchgedrungen. Ist auch eigentlich logisch: Wir werfen Plastik in die gelbe Tonne, bezahlen für die Entsorgung und Recycling. Wenn Plastiktüten im chinesischen Meer auftauchen, sind es entweder nicht unsere, oder sie wurden dorthin gebracht. Dieses Gesetz wird nicht viel ändern an der Verschmutzung des Meeres. Stoffbeutel oder Papiertüten sind unpraktisch bei Regenwetter, ansonsten o.k. Von einer Umweltministerin erwartet man aber schon etwas mehr als nur ein schlichtes Verbot. Wie wäre es, nachzuforschen, warum der Müll, den wir anscheinend nach Fernost exportieren, dort nicht entsorgt wird, wie es vereinbart wurde?

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