Was hilft gegen die Plastikflut?

Was hilft gegen die Plastikflut?

  • Zahlreiche Projekte gegen Plastikmüll
  • Unverpackt-Initiativen in NRW
  • Mehrweg-Werbung in Kommunen

Am Mittwoch (27.02.2019) hatte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) die wichtigsten Supermarktketten, Lebensmittelkonzerne und Umwelt- und Verbraucherverbände in Berlin empfangen. Sie sollten Konzepte vorlegen, wie Plastikverpackungen nach und nach aus dem Alltag der Konsumenten verbannt werden können.

In NRW gibt es viele Initiativen, die sich diesem Ziel verschrieben haben. Wir stellen einige von ihnen vor.

Unverpackt-Läden

Bereits seit 2016 bietet der Kölner Handelskonzern Rewe in seinen Supermärkten keine Plastiktüten mehr an. Real aus Düsseldorf kündigte am Montag an, bis 2020 auch die dünnen Kunststoffbeutel für Obst und Gemüse aus seinen Läden zu verbannen. Weil auch die Umweltbilanz von Papiertüten umstritten ist, sollen sie bald durch Mehrwegbeutel ersetzt werden.

Dieses Konzept haben die rund ein Dutzend "Unverpackt"-Läden in NRW längst verwirklicht: Dort werden vor allem Trockenprodukte wie Müsli, Nudeln oder Gewürze angeboten. Der Kunde bringt seinen eigenen Behälter mit und bezahlt nach Gewicht.

Regionale Einzelhandels-Initiativen

Kunde legt die Mehrwegdose auf das Tablett

Umständlich, aber funktioniert

Während der lose Verkauf von Trockenware auch von den Behörden als unbedenklich eingestuft wurde, sieht das bei verderblichen Lebensmitteln noch anders aus. Dort sind die Hygiene-Vorschriften besonders streng. Eine Metzgerei in Schmallenberg hat eine Lösung gefunden, die allerdings noch recht umständlich ist.

Dort stehen Tabletts auf der Wursttheke bereit. Darauf stellen die Kunden ihre mitgebrachten Behälter. Das Personal nimmt die Tabletts an sich und füllt die Behälter. Die Boxen selbst dürfen die Mitarbeiter nicht berühren, das wäre ein Verstoß gegen die Hygiene-Vorschriften.

Mehrweg in der Gastronomie

Recklinghausen will bald ein Signal gegen "To-go"-Verpackungen setzen. Gaststätten und Imbissbuden, die Speisen zum Mitnehmen anbieten, sollen künftig Mehrweggeschirr anbieten, entschied der Stadtrat am Montag. Wie genau das umgesetzt werden soll, ist allerdings nicht geklärt.

Recklinghausen: Schluss mit Einweggeschirr

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 25.02.2019 03:32 Min. Verfügbar bis 25.02.2020 WDR 5 Von Denise Friese

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Zwingen kann die Stadt seine Gastronomen nicht, den Aufwand zu betreiben - das lässt die Rechtslage (noch) nicht zu. Sie sollen überzeugt werden.

Zero-Waste-Bewegung

Shia Su vor bunter Wand.

Shia Su

Eine wachsende Zahl von Aktivisten investiert viel Zeit und Energie, möglichst wenig Müll zu produzieren - und schreibt darüber. "Zero-Waste"-Aktivistin Shia Su aus Köln hat es mit ihrem Blog "Wasteland Rebel" zu einiger Bekanntheit gebracht. Dort erklärt sie zum Beispiel, wie man Shampoo durch Roggenmehl und Deodorant durch Natron ersetzt - und übers Jahr Berge an Plastikmüll spart.

Plastik überall: Wie stoppen wir das Müllproblem? Quarks 18.09.2018 44:27 Min. UT DGS Verfügbar bis 18.09.2023 WDR

Stand: 27.02.2019, 10:47

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 Oliver Knops 28.02.2019, 08:53 Uhr

    Nerviger als die Diskussionen über den Verpackungsmüll an sich, finde ich noch die Flut an Verpackungsmüll der namhaften und beliebten Süsswarenindustrie. Der Schokoriegel wird gerne in kleiner Form zu handlichen Mundhaps angeboten. Verpackt in vielen tausend kleinen Papierfitzelchen. Makaber , die Personen, die jetzt akribisch die Folie beim Metzger oder der Gurke verteufeln, stehen an der Kasse mit so tollen Sachen wie: Celebrations , KinderRiegel ... meiner Meinung nach steckt mehr Plastikmüll in der Süsswarenproduktion als in allen Gemüse/ Fleischfachabteilungen. Ich sage nur Überraschungs EI .... mehr Plastik als Schokolade / Lebensmittel geht nicht. Und das ... wird gekauft.... !! Denkt daran , und nicht an die verpackte Biogurke

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