Pfingsten: Bischöfe warnen vor geistigem Unwetter

Kirchturm vor Sonnenaufgang

Pfingsten: Bischöfe warnen vor geistigem Unwetter

  • Mit Pfingsten endet die 50-tägige Osterzeit
  • Paderborner Erzbischof warnt Christen vor fehlender Glaubwürdigkeit
  • Aachens Bischof mahnt zu respektvollem Umgang

Mit Pfingsten geht an diesem Wochenende die 50-tägige Osterzeit zu Ende. An Pfingsten feiern Christen den Heiligen Geist, der alle Gläubigen weltweit verbindet. Die Botschaften der NRW-Bischöfe sind in diesem Jahr geprägt von Worten der Umkehr und des Wandels.

Reden soll ehrfüchtig bleiben

Aachens Bischof Helmut Dieser mahnte an Pfingsten zu einem respektvollen Umgang in Politik und Gesellschaft. Man könne in Deutschland beobachten, dass es keinem guttue, aneinander vorbeizureden, sagte er am Sonntag (09.05.2019) im Pfingstgottesdienst im Aachener Dom.

Der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser im Aachener Dom

Der Aachener Bischof Helmut Dieser

In den USA, Großbritannien, Österreich, Griechenland oder Italien stünden Gesellschaften und Regierungen unter großem Druck oder zerbrächen. In der Kirche biete sich ein ähnliches Bild, so Dieser. Es gebe erschreckende Äußerungen von Wut und Ungeduld, auch Drohungen würden formuliert. "Das Klima ist gereizt. Wir finden kaum zusammen." In dieser geistigen Großwetterlage müsse die Pfingstbotschaft "wie eine Zumutung" vorkommen. "Hier wird ein Wunder erzählt: Über alles Menschenmögliche hinaus führt der Heilige Geist eine Einigungsbewegung herbei", sagte Dieser. Das Reden müsse immer gläubig und ehrfürchtig bleiben, forderte der Bischof.

Zur Bedeutung des Pfingstfests

Verfügbar bis 12.06.2500

Solidarität offen leben

Erzbischof von Paderborn Hans-Josef Becker

Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat in seiner Pfingstpredigt im Paderborner Dom Gläubige dazu ermutigt, den Glauben durch Mitmenschlichkeit und solidarisches Handeln offen zu leben. Menschen würden sich oftmals mit dem Gegebenen einrichten und es sich bequem machen, beklagte Becker laut Predigttext am Pfingstsonntag im Paderborner Dom. Auch in der Kirche gebe es "Zeiten der Flaute, schlaffe Segel, Stillstand, Langeweile".

Christen dürfen nicht "lau werden"

Doch Christen "dürfen nicht lasch und lau werden", mahnte er. "Wir müssen selber brennen für die Botschaft. Sonst glaubt uns am Ende niemand mehr." Der Geist Gottes halte neugierig, dankbar und offen gegenüber anderen.

Geburtsfest der Kirche

Domjubiläum Paderborn

Blick in den Paderborner Dom

Das Wort Pfingsten leitet sich von dem griechischen Begriff für "fünfzig" ab. Pfingsten ist für Christen das Fest des Heiligen Geistes und gilt als Geburtsfest der Kirche. Der Heilige Geist soll nach kirchlicher Lehre Person, Wort und Wirken Jesu lebendig halten. Das Sprachenwunder - nach biblischer Überlieferung gab der Heilige Geist den Menschen ein, dass sie plötzlich in fremden Sprachen reden konnten - zeigt die Bedeutung der Botschaft für die ganze Welt.

Stand: 09.06.2019, 13:39

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