Pferde im Karneval weiter erlaubt, aber mit strengen Regeln

Pferde bei einem Karnevalsumzug

Pferde im Karneval weiter erlaubt, aber mit strengen Regeln

Das Umweltministerium hat neue Leitlinien erlassen, die den Einsatz von Pferden bei Umzügen regeln. Sie wurden gemeinsam mit Karnevalsverbänden erarbeitet und gelten ab sofort.

Pferde dürfen weiter in Karnevalszügen eingesetzt werden - allerdings unter strengeren Bedingungen. Das geht aus Leitlinien des NRW-Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz hervor. Die Leitlinien seien nach Evaluierung und Erprobung im Jahr 2020 und mit Beteiligung von Karnevalsverbänden nun endgültig festgelegt worden und sollten künftig angewandt werden, teilte Ministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) mit.

Ein Tierarzt muss in zehn Minuten verfügbar sein

Die Leitlinien sehen unter anderem vor, dass es an mehreren Punkten der Strecke die Möglichkeit geben muss, Pferde aus dem laufenden Zug herauszunehmen. Auf allen Etappen muss außerdem sichergestellt sein, dass binnen zehn Minuten die Betreuung durch einen Tierarzt erfolgen kann. Auch sollen die Pferde möglichst am Anfang oder am Ende des Zugs positioniert werden und nicht in der Nähe einer Musikkapelle.

Nach den Leitlinien muss zudem pro Pferd mindestens eine Begleitperson zur Verfügung stehen. "Der Konsum von Alkohol und anderen Drogen vor und während der Veranstaltung ist für alle mit den Pferden befassten Personen ausnahmslos untersagt", heißt es weiter. Die Pferde müssten regelmäßig auf ihren Einsatz vorbereitet werden. Auch müssten sie an "spezielle brauchtums- und veranstaltungsspezifische Reize" wie Wurfgeschosse gewöhnt sein.

Wiederholt Unfälle mit Pferden in Karnevalszügen

Allein im Kölner Rosenmontagszug laufen normalerweise mehr als 300 Pferde mit. Tierschützer fordern seit vielen Jahren, darauf zu verzichten. Mehrfach hatte es Unglücke gegeben, zum Beispiel beim Kölner Rosenmontagszug 2018: Damals waren zwei Pferde durchgegangen, hatten eine Absperrung durchbrochen und waren gegen einen Tribünenwagen geprallt - fünf Menschen wurden verletzt.

Zum Einsatz kommen die Regeln voraussichtlich erst einmal nicht: Für dieses Jahr ist der Kölner Rosenmontagszug in gewohnter Form wegen Corona abgesagt worden. Das gilt auch für viele andere Züge.

Pferde im Karneval - Tierquälerei? WDR aktuell 28.02.2017 02:10 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 WDR

Stand: 11.01.2022, 10:28

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