Mathe-Abi zu schwer: NRW-Schüler starten Petition

Start der Abi-Prüfungen

Mathe-Abi zu schwer: NRW-Schüler starten Petition

Die Prüfungsaufgaben im Mathe-Abitur in NRW seien "unverschämt schwer" gewesen - so heißt es in einer Petition von Schülerinnen und Schüler. Und einige Lehrkräfte geben ihnen recht.

Abitur in Corona-Zeiten - an sich schon ein schwieriges Unterfangen für Prüflinge, Lehrkräfte und Eltern. Nun laufen einige Schülerinnen und Schüler gegen die Mathe-Klausuren in NRW Sturm - und haben zwei Petitionen gestartet. Selbst Lehrkräfte fanden die Aufgaben laut Gewerkschaft GEW zu schwer.

Schüler fordern Neubewertung

Eine Petition hatte am Donnerstagmittag bereits mehr als 4.500 Unterstützer, die andere nach zwei Tagen rund 3.200. Die Schüler monieren, die Aufgaben im Mathe-Abi seien "unverschämt schwer" gewesen - und fordern eine angepasste Bewertung oder neue Klausuren.

In der Petition einer Mülheimer Schülerin heißt es: "Die Aufgaben waren ungerecht gestellt und die Aufgabentypen wurden teils kaum, bis gar nicht im Unterricht besprochen. Im Vergleich zu den Abiturklausuren im Fach Mathematik zu den letzten Jahren, ist diese deutlich schwerer." Zudem habe man durch Corona mehr als ein Jahr lang keinen normalen Unterricht gehabt.

Ministerium verteidigt Prüfungen

Dem WDR teilte das Schulministerium auf Anfrage mit: Man habe "sichergestellt, dass die Mathematik-Aufgaben für das Abitur 2021 den Abiturvorgaben im Fach Mathematik entsprechen, dass sie fachlich korrekt gestellt sowie eindeutig und verständlich formuliert wurden und insbesondere, dass sie bezüglich des Anspruchsniveaus und des Bearbeitungszeitrahmens grundsätzlich angemessen sind."

Allerdings sind nach Angaben der Gewerkschaft GEW selbst die Lehrer sauer: "Nach Rückmeldungen aus Kolleg*innenkreisen bestätigt sich für uns der Eindruck, dass die Aufgaben wohl zu schwer und in der Zeit kaum zu schaffen waren", ließ die Landesvorsitzende Maike Finnern am Donnerstag mitteilen. "Insbesondere im Grundkurs Mathe waren die Anforderungen zu hoch", so Finnern.

Kritik von der Opposition

Die Opposition im Düsseldorfer Landtag kritisierte am Donnerstag namentlich Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). "Dass die Ministerin an dieser Stelle nicht die nötige Weitsicht hatte und die entsprechenden Vorkehrungen getroffen hat, um auf diese Situation der Schülerinnen und Schüler einzugehen, ist mehr als bedauerlich", so der SPD-Bildungsexperte Jochen Ott. "Sollten die Ergebnisse tatsächlich hinter den Erwartungen zurückbleiben, muss Ministerin Gebauer nachsteuern."

Aus Sich des Ministeriums ist der Fall klar: Es sei "nicht nur zulässig, sondern ausdrücklich gewünscht, dass die Lehrkräfte innerhalb der ihnen vorgegebenen Bewertungskriterien im Zweifelsfall ihren vorhandenen Beurteilungsspielraum im Sinne der Schülerinnen und Schüler nutzen".

Stand: 06.05.2021, 15:27

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