Bevorzugtes Verkehrsmittel der Pendler? Das Auto!

Verkehrsstau auf der Autobahn A3, am Breitscheider Kreuz in Fahrtrichtung Oberhausen, Ratingen.

Bevorzugtes Verkehrsmittel der Pendler? Das Auto!

Obgleich der Großteil der Menschen in Deutschland in größeren Städten lebt: Das Auto bleibt für Pendler das Verkehrsmittel Nummer eins. Experten führen dies auf das Coronavirus zurück.

Ein Pkw nach dem anderen. Schon gegen 16 Uhr setzt er wochentags in der Regel ein, der Pendlerstrom auf der A555 zwischen Köln und Bonn. Die Frauen und Männer am Steuer fahren heim von der Arbeit - und sorgen mit ihren Fahrzeugen für eine volle Autobahn.

Anderswo in Deutschland das gleiche Bild. Mit dem Auto zur Arbeit und wieder nach Hause fahren: Das macht nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit 68 Prozent der überwiegende Teil der Erwerbstätigen.

Kundenrückgänge bei Bus und Bahn

Stefan Bratzel, Direktor des Auto-Instituts in Bergisch Gladbach, glaubt, dass dies mit dem Coronavirus zu tun hat. Gerade in Pandemiezeiten setzen selbst auch jüngere Leute auf den eigenen Pkw, um sich vor Corona zu schützen, sagte er dem WDR. Bus und Bahn hätten teils massive Kundenrückgänge zu beklagen. Dies sei "tragisch" auch angesichts der nötigen Verkehrswende im Sinne einer umweltverträglicheren Mobilität.

Tatsächlich nutzen laut Statistisches Bundesamt nur noch 13 Prozent der Pendler in Deutschland Bus und Bahn. Das ist sehr wenig. Sogar mit dem Rad oder zu Fuß sind mit 17 Prozent mehr Menschen unterwegs. 

So geht nachhaltiger Verkehr

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 13.09.2021 10:55 Min. Verfügbar bis 13.09.2022 WDR 5


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Viele setzen sogar für kurze Wege aufs Auto

Das ist auch in Brühl so. In der Stadt zwischen Köln und Bonn leben viele Pendler. Warum entscheiden sie sich hier fürs Auto und gegen den öffentlichen Nahverkehr? "Das ist für mich am bequemsten", sagt etwa ein junger Mann dem WDR. Es dauere ihm zu lange, Busse und Bahnen fallen zu oft aus - und: er mag es nicht so gerne mit vielen fremden Menschen eng zusammen.

Eine Position, mit der der junge Mann aus Brühl offenbar nicht alleine ist. Bemerkenswert: Laut Statistischem Bundesamt nutzt ein Drittel der Pendler das Auto sogar für Arbeitswege, die noch kürzer als zehn Kilometer sind, auf denen man also problemlos klimafreundlichere Verkehrsmittel wie Bus und Bahn nutzen könnte.

Immer mehr Autos in Deutschland

Derweil steigt und steigt sie, die Zahl der Autos in Deutschland. Inzwischen kommen auf 100 Haushalte 108 Autos. Experten schließen nicht aus, dass sich das wohl erst ändert, wenn der Benzinpreis drastisch nach oben schnellt.

Wirklich Bahn-Land? Deutschland im Jahrzehnt der Schiene Planet Wissen 07.09.2021 58:49 Min. UT Verfügbar bis 07.09.2026 ARD-alpha

Stand: 15.09.2021, 20:25

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