Frühstück in NRW-Schulen: Wie geht's dem Pausenbrot?

Archivbild,  19.09.2014: Schülerin mit einem gesunden Fruehstueck, Schwarzbrot, Obst und Gemuese, in einer Brotdose in der Schule.

Frühstück in NRW-Schulen: Wie geht's dem Pausenbrot?

Von Andreas Sträter

  • Butterbrot hat es schwer auf Schulhöfen in NRW
  • Expertin: Eltern sind in der Pflicht
  • Langfristige Daten und Erhebungen fehlen

Graubrot mit Käse ist auf den Schulhöfen in Nordrhein-Westfalen nicht mehr besonders gefragt. Angesagt sind süßer Toast und Schokoriegel.

Mathilde Kersting

Mathilde Kersting ist Ernährungswissenschaftlerin

Wie es genau in den Butterbrotdosen der Schüler in NRW aussieht, dazu gibt es kaum verlässliche Daten geschweige denn langfristige Studien, kritisiert Professorin Mathilde Kersting. Sie ist Leiterin des Forschungsdepartments für Kinderernährung an der Kinderklinik in Bochum.

Was Symposien wirklich bringen

Auch Ansätze wie das Symposium der NRW-Verbraucherministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) und der Verbraucherzentrale (Ende Januar 2019) helfen eher weniger, sagt Kersting. Die Initiativen der vergangenen Jahre hätten diesbezüglich keine Verbesserung gebracht.

"Das Frühstück ist für Kinder eine wichtige Mahlzeit, weil sie ja lange nichts zu sich genommen haben. Je nach Appetit, fällt das Frühstück zu Hause größer oder kleiner aus", sagt die Ernährungswissenschaftlerin aus Bochum.

Zweites Frühstück in der Schule

Es sei sehr gut, wenn Schüler in der Schule ein zweites Frühstück zu sich nehmen. Zu Hause könnten die Schüler idealerweise einen Joghurt essen, dazu Müsli.

In die Pausenbrotdose sollte am besten ein Butterbrot, ein Graubrot oder Vollkornbrot mit Wurst oder Käse, sagt Kersting. "Das ist nach wie vor unsere Vorstellung für ein gesundes Schulessen."

Ernährung auf dem Lehrplan

Diese Wichtigkeit hat auch die zuständige Ministerin erkannt. Nicht nur Mathe, sondern auch Ernährung müsse in der Schule vermittelt werden, teilt die Landesministerin mit.

Archivbild,  23.11.2008: Pausenbrot für Schüler in Plastikbox

Ist das Pausenbrot überhaupt noch angesagt?

"Um Schulverpflegung insgesamt zu verbessern, müssen alle an einem Strang ziehen", erklärt Heinen-Esser: "Dabei beginnt gesunde Ernährung nicht erst in der Schule, sondern bereits zu Hause." Die Kinder sollten aber durchaus ein Mitbestimmungsrecht haben, was aufs Pausenbrot kommt.

Eltern in der Pflicht

Die Eltern stehen beim Pausenfrühstück also in der Pflicht. "Geben Eltern ihren Kindern Süßigkeiten mit in die Schule, sollten diese von den Grundschullehrern gezielt darauf angesprochen werden", sagt Mathilde Kersting.

Mathilde Kersting vor einer Ernährungspyramide in Bochum

Ausgewogene Ernährung ist wichtig.

Eine andere Möglichkeit ist ein EU-Programm, das die Bundesländern mitfinanzieren. Es soll langfristig über das richtige Pausenfrühstück aufklären.

Fest steht: In die Brotdose gehört ein gesundes Frühstück. Nur so lässt sich so ein Schultag richtig gut meistern.

Stand: 11.02.2019, 06:00

Kommentare zum Thema

2 Kommentare

  • 2 Atze 11.02.2019, 12:44 Uhr

    Es gefällt mir, dass der WDR dieses Thema immer mal wieder anspricht.

  • 1 Jo 11.02.2019, 12:36 Uhr

    Warum wird denn Kakao, Vanillemilch und Erdbeermilch in den Schulen angeboten? In den meisten Bundesländern wurde dies verboten. In NRW gehören die süßen Getränke zum Schulalltag und werden zum Teil subventioniert. Dies sollte doch auch in NRW überdacht werden...

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