Patagonia-Gründer spendet seine Firma für den Umweltschutz

Stand: 15.09.2022, 15:19 Uhr

Der Gründer des Outdoor-Bekleidungsherstellers Patagonia, Yvon Chouinard, hat sein auf drei Milliarden Euro geschätztes Unternehmen zugunsten des Umweltschutzes gespendet. Ein ungewöhnlicher Schritt.

Der 83-jährige Yvon Chouinard sowie dessen Frau und zwei Kinder stimmten einer Übertragung aller stimmberechtigten Firmenanteile an eine gemeinnützige Stiftung zu. Diese soll dafür sorgen, dass die ökologischen Werte des Unternehmens respektiert und Maßnahmen gegen den Klimawandel und für den Umweltschutz vorangetrieben werden.

"Die Erde ist jetzt unser einziger Aktionär"

Alle weiteren Aktien gehen außerdem an eine Umweltschutzorganisation, der künftig auch die Firmengewinne zugute kommen. Diese liegen derzeit bei rund 100 Millionen Euro im Jahr. "Die Erde ist jetzt unser einziger Aktionär", schrieb Chouinard in einem offenen Brief, der am Mittwoch auf der Website von Patagonia veröffentlicht wurde.

Patagonia Gründer Yvon Chouinard

Yvon Chouinard gründete Patagonia vor fast 50 Jahren

"Wir geben das Maximum an Geld an Leute, die aktiv daran mitarbeiten, den Planeten zu retten", sagte Chouinard im Interview mit der "New York Times". "Hoffentlich wird das eine neue Form von Kapitalismus schaffen, der nicht mit ein paar Reichen und vielen armen Menschen endet", so der Patagonia-Gründer.

Seit Gründung auf Umwelt- und Klimaschutz bedacht

Chouinard hatte Patagonia vor fast 50 Jahren gegründet und war bei der Unternehmensführung stets auf Umwelt- und Klimaschutz bedacht. So wählt das Unternehmen seine verwendeten Rohstoffe sorgfältig nach ökologischen Kriterien aus und spendete bislang jedes Jahr ein Prozent des Umsatzes an Umweltorganisationen.

Patagonia-Schild vor einer Filiale

Wertevorstellungen für die Zukunft sicherstellen

Der Wert von Patagonia wird laut "New York Times" auf drei Milliarden Dollar geschätzt. Er habe es erwogen, das Unternehmen zu verkaufen und den Erlös zu spenden, erklärte Chouinard. "Aber wir wären dann nicht sicher gewesen, dass ein neuer Eigentümer unsere Werte beibehalten und unser Team von Mitarbeitern auf der ganzen Welt weiterbeschäftigt hätte."

Gründerfamilie wird Stiftung und Umweltorganisation beaufsichtigen

Durch den gewählten Weg bleibt Patagonia ein wirtschaftlich orientiertes Unternehmen mit einem Vorstand und einem Geschäftsführer. Die Familie Chouinard wird kein Geld mehr von der Firma erhalten, bleibt aber im Unternehmensvorstand vertreten und beaufsichtigt die Stiftung "Holdfast Collective" sowie die Umweltorganisation, der die Gewinne gespendet werden. Die Familie selbst hat dadurch keine Steuererleichterungen erhalten, sondern hat rund 17,5 Millionen US-Dollar an Steuern auf die Schenkung zahlen müssen.

Milliardäre als Wohltäter - an der Politik vorbei

Chouinard ist nicht der einzige großzügige Spender. Im August 2010 gründeten 40 der wohlhabensten Menschen in den USA - darunter Bill und Melinda Gates sowie Warren Buffett - die Initiative givingpleadge.org. Ziel dieser Menschen ist, einen Großteil ihres Vermögens zu verwenden, um die dringendsten Probleme der Menschheit anzugehen.

Über dieses Thema berichten wir im WDR am 15.09.2022 auch im Fernsehen: Aktuelle Stunde, 18.45 Uhr.

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