"Parents for Future" unterstützen Klima-Streiks

Parents for future WDR aktuell 08.03.2019 02:19 Min. Verfügbar bis 08.03.2020 WDR Von Meike Hendriksen

"Parents for Future" unterstützen Klima-Streiks

  • Am Freitag (08.03.2019) fanden erneut Klima-Streiks statt
  • Schüler bekommen Unterstützung von den "Parents for Future"
  • Bereits über 60 Ortsgruppen gegründet

"Parents for Future" ist von Thomas Stegh, Software-Entwickler aus Hürth, mit gegründet worden. Er ist Vater von vier Kindern. Eine seiner Töchter engagiert sich seit Längerem für die Schüler-Bewegung "Fridays for Future".

WDR: Was war die Initialzündung für die Gründung von „Parents for Future“?

Thomas Stegh von hinten auf dem Fahrrad

Thomas Stegh hat "Parents for Future" mit gegründet

Thomas Stegh: Ich war, wie viele andere Eltern, in einer Whatsapp-Gruppe zu "Fridays for Future". Meine Tochter hat sich dort engagiert – und ich fand das spannend. Irgendwann wollten wir aber unsere Kinder bei dem, was sie auf die Beine stellen, nicht mehr stören. Und daher haben wir spontan "Parents for Future" gegründet.

WDR: Wie groß ist diese Bewegung inzwischen?

Stegh: Wir haben einen Nerv getroffen: Innerhalb von zwei Wochen haben sich deutschlandweit 60 Ortsgruppen und neun Regionalgruppen für die einzelnen Bundesländer gegründet.

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WDR : Und was wollen die "Parents for Future" erreichen?

Stegh: Wir wollen uns erst einmal hinter unsere Kinder stellen. Denn sie haben mit dem, was sie fordern, recht. Die Wissenschaft ist auf ihrer Seite. Wir unterstützen auch das Mittel, das sie gewählt haben – also die Schulstreiks. Man sollte auch nicht über die Streiks diskutieren, sondern über die Klimakatastrophe. Die bedroht uns und vor allem unsere Kinder.

WDR: Es gibt auch einen offenen Brief von der Initiative, der unter anderem an Ministerpräsident Laschet gerichtet ist. Was wird dort thematisiert?

Stegh: Man sollte sich mit den Positionen von "Fridays for Future" auseinandersetzen. Es gibt inzwischen auf der ganzen Welt sehr viele Jugendliche, die bis tief in die Nacht die Organisation dieser Streiks stemmen. Sie investieren einen Riesenteil ihrer Freizeit für die Proteste - und diese Schüler dann als reine Schulschwänzer darzustellen, ist absolut daneben.

WDR: Wie reagieren die Schulen denn?

Stegh: Das ist sehr unterschiedlich. Manche Schulleitungen sind sehr kooperativ. Da organisieren die Schulen zum globalen Klimastreik am 15. März beispielsweise einen Ausflug. Zum Teil werden aber Kollektivstrafen ausgesprochen. Das heißt: Die ganze Klasse wird dafür bestraft, dass einzelne Schüler an den Streiks teilnehmen. Da lassen wir uns jetzt juristisch beraten.

WDR: Und wie reagieren die Schüler darauf, dass die Eltern sich jetzt mehr einmischen?

Stegh: Die finden es toll, dass wir sie unterstützen – das sind zumindest die Rückmeldungen aus den Gruppen. Sie wünschen sich auch, dass die Erwachsenen mit auf die Straße kommen und nicht nur bei Facebook und Twitter kommentieren, dass sie die Aktionen der Jugendlichen befürworten.

Das Gespräch führte Nina Giaramita.

Fridays for Future: ein spannendes politisches Experiment

WDR RheinBlick 22.02.2019 25:52 Min. Verfügbar bis 22.02.2020 WDR Online

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Stand: 08.03.2019, 07:43

Kommentare zum Thema

25 Kommentare

  • 25 A. Dicke 09.03.2019, 17:23 Uhr

    Ich finde es sehr gut, das die Kids von ihren Eltern unterstützt werden. Als Großmutter werde ich mal schauen, wer in meiner Region ansprechbar ist, um mich anzuschließen.

  • 24 Demomuffel 09.03.2019, 09:03 Uhr

    Inzwischen erlahmt schon wieder der Demoschwung. Nur noch ein kleines Häuflein von rotgrünen Weltverbesserern für die der WDR unangemessen viel Reklame macht.

  • 23 PeteR 09.03.2019, 08:28 Uhr

    Danke und ich hoffe noch mehr kapieren, dass Umweltschutz wichtiger ist als der Schutz der Konzerne und der Wirtschaft. Wichtig sind auch Einzelaktionen um z.B. vor Automobil- oder Reisemessen auf die Folgen dieser Technologien und dieses Verhaltens hinzuweisen. Welche öko-sozialen folgen haben Automobilität, Flugreisen und Kreuzfahrten auf einem Planeten dessen Systeme eine Homöostase anstreben. Wieviele flugreisende, automobile oder fleischfressende Menschen verträgt die Erde nach heutigem Stand technologischer Entwicklung, und wo ist ein Schritt zurück zu Mutter Natur notwendig?

  • 22 Volker Kreft 09.03.2019, 08:03 Uhr

    Guten Tag. Ich bin begeistert. Als Biologie ist mir das Thema exterm wichtig. Und ich habe 3 erwachsene Töchter. Welche Erde bekommen Sie von uns hinterlassen? Wie kann ich Kontakt aufnehmen und mich beteiligen? Ich nutze kein Facebook, aus Prinzip. Viele Grüße aus Wuppertal Volker Kreft

    Antworten (1)
    • Jonas 09.03.2019, 22:45 Uhr

      Hier kannst du dich vernetzen und informieren: https://parentsforfuture.de/mitmachen/

  • 21 Klimaschützer 08.03.2019, 22:32 Uhr

    Es ist wenig überzeugend, mit dem SUV zur Klimademo zu fahren und auf der Rückfahrt noch schnell den 3. Urlaub in den Herbstferien auf Mallorca zu buchen. Morgens warm duschen und im nächsten Jahr auf das Kreuzfahrtschiff. Das neue Elektroauto bekommt ja seinen Strom aus der Steckdose...H

  • 20 Walter Schmitz 08.03.2019, 21:59 Uhr

    Es ist einfach toll das diese Schüler aktiv werden, auch die Provokation es während der Schulzeit zu machen ist genial!! Die Erwachsenen schlafen und verstecken sie ch hinter der Politik. Glückwunsch Herr Steinmeier, er weiß noch was Zivilcourage ist. Das sind Lichtblicke von mündigen jungen Bürgen, vielleicht stecken Sie erwachsene an auch bei anderen Themen. Die durchsichtigen Kommentaren der Kritiker sind einfach unsäglich. Auch der Ministerpräsident hat nichts verstanden wie alle gestrigen Walter Schmitz 69 Jahre.

  • 19 Angela Hoppe 08.03.2019, 21:22 Uhr

    Nun. Dann ändert sich für die Kinder ja nichts. Mama und Papa organisieren alles und man wird hingefahren. Es ist ja löblich, dass die Kinder und Jugendlichen die Proteste angefangen haben. Aber jetzt sind sie wohl schon überfordert und brauchen die Eltern, die natürlich prompt mit einer Gruppe ihre Kinder "unterstützen". Sorry, Angst davon halte ich gar nichts.

    Antworten (1)
    • PeteR 09.03.2019, 08:30 Uhr

      Diesen Eltern ist der Klinaschutz genau so wichtig, sie unterstützen den Schutz unserer Mutter Erde ??

  • 18 Anti Schaumschläger 08.03.2019, 18:49 Uhr

    Man soll bekanntlich, wenn man die Welt verbessern will, zunächst einmal vor der eigenen Türe kehren. Da gibt es Schulhöfe und Wege zur Schule, die sind die reinsten Müllhalden. Bitte hier anfangen statt demonstrieren. Es gibt bei uns aber auch ganze Schulklassen die demnächst "Frühjahrsputz" in den Parks und Wald unserer Stadt machen. Das ist für mich praktizierter Umweltschutz. Allerdings berichtet darüber kein WDR.

  • 17 Waldmichel 08.03.2019, 18:38 Uhr

    Es sind oft die Gleichen, die heute gegen die Umweltverschmutzung demonstrieren und im Gegenzug 3 X im Jahr nach Malle fliegen.

  • 16 Walter Kreft 08.03.2019, 17:27 Uhr

    Nicht durch Schulschwänzen, sondern nur durch LERNEN, LERNEN können wir die Geophysikalischen Gegebenheiten ( wie das Wetter) verstehen und WIRKSAME MAßNAHMEN KONTINUIERLICH ausbauen, ergänzen, korrigieren. Diese NGO's und sog. Umweltschützer, die verantwortlichen Lehrer meist tragen dazu NICHTS bei. Wetten: Gehen Sie mal über den Schulhof dieser Lehrer und sehen Sie sich an, was dort überall, nicht nur in den Ecken herumliegt: Getränkedosen, Pappbecher, Verpackungen von jeder Art Essbarem, Zigarettenkippen...u.s.w. Machen Sie am Montag vor und nach der Schule mal einen Rundgang, heben alles auf und bringen das in den Papierkorb. Berichten Sie HIER darüber! Dann haben Sie mehr für die Umwelt getan als ALLE anderen die vorbereitete Texte ablesen lassen...Übrigens: G8, Demos während der Schulzeit und die Folgen: Die Substitution von fehlenden Rohstoffen durch Manpower (Arbeit, Wissensch. und Forschung, Dienstleistung, Bildung) wird den Kindern von den Grünen aus der Hand genommen.Schade.

    Antworten (1)
    • Wahrheitsucher 08.03.2019, 17:29 Uhr

      Schöner und guter Beitrag

  • 15 Mich@ 08.03.2019, 17:05 Uhr

    Extremisten sind dann wohl eher die die auf Kosten aller ihre Milliardengewinne optimieren und das um jeden Preis. Was der Protest bringen soll? Schauen wir auf den Hambacher Forst . Der bleibt!

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