Papst Franziskus schreibt Brief zur Reformdebatte

Bischöfe haben während eines Gottesdienstes die Hände gefaltet

Papst Franziskus schreibt Brief zur Reformdebatte

  • Papst Franziskus beklagt Glaubensverfall
  • Brief an deutsche Katholiken
  • Schreiben bleibt unkonkret

Der Papst hat sich in einem Brief an die katholischen Gläubigen in Deutschland gewandt. Die deutsche Bischofskonferenz in Bonn hat ihn am Samstag (29.06.2019) veröffentlicht.

Der Brief befasst sich mit dem "synodalen Weg", den die deutschen Bischöfe im Frühjahr beschlossen hatten. Darin wollen sie dem von ihnen festgestellten Vertrauensverlust entgegenwirken.

Synodaler Weg

Der Begriff "Synode" kommt aus dem Griechischen und bedeutet im Wortsinn "Weggemeinschaft". Im kirchlichen Sprachgebrauch bezeichnet er eine Versammlung von Bischöfen beziehungsweise von Geistlichen und Laien.

Unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals hatten die deutschen katholischen Bischöfe im Frühjahr 2019 einen "verbindlichen synodalen Weg" zur Erneuerung der Kirche angestoßen. Mit ihm wollen sie Lehren aus dem Skandal ziehen und Vertrauen zurückgewinnen. Wie genau dieser synodale Weg aussehen wird, ist noch nicht klar.

Fest steht, dass neben Bischöfen auch externe Experten und Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) teilnehmen sollen.

Der Papst richtet sich in dem 19-seitigen Brief an das "pilgernde Volk Gottes in Deutschland". Darin stellt er eine zunehmenden Verfall des Glaubens fest.

Papst Franziskus ruft zur Ordnung

WDR 5 Diesseits von Eden 30.06.2019 05:24 Min. Verfügbar bis 29.06.2020 WDR 5 Von Wolfgang Meyer

Download

Er äußert sich aber nicht konkret zu aktuellen Themen wie Missbrauch, Sexualmoral oder den zahlreichen Kirchenaustritten. Dem synodalen Weg, der dieser Entwicklung nach der Vorstellung der deutschen Bischöfe entgegentreten soll, begegnet er eher unscharf.

Franziskus mahnt Geduld an: Man dürfe nicht nach unmittelbaren Ergebnissen mit voreiligen und medialen Folgen suchen.

Erfreute und verhaltene Reaktionen

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki zeigte sich über den Brief hocherfreut. "Der Papst spricht mir aus dem Herzen", teilte der Erzbischof des größten deutschen Bistums mit.

Andere Kirchenvertreter blieben eher distanziert: In einer auffallend kurzen, nur anderthalb Seiten langen Stellungnahme äußern sich der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg.

Es sei das zentrale Anliegen von Papst Franziskus, die Kirche weiterhin als eine starke geistliche und pastorale Kraft zu verstehen, die das Evangelium glaubwürdig verkünde. Diese Glaubwürdigkeit sei in den zurückliegenden Jahren erschüttert worden. 

Aufklärung von Missbrauchsfällen im Kölner Erzbistum Lokalzeit aus Köln 27.05.2019 Verfügbar bis 27.05.2020 WDR Von Frank Piotrowski

Stand: 29.06.2019, 18:25

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen