Paketzusteller klagen über hohen Druck und niedrige Löhne

Paketzusteller klagen über hohen Druck und niedrige Löhne

  • Vor Weihnachten haben Paketzusteller besonders viel zu tun
  • Ihre Arbeitsbedingungen sind hart
  • Beklagt wird Zeitdruck, körperliche Belastung, wenig Geld
Kommentare (7)

Der Job von Paketzustellern ist körperlich so anstrengend, dass die Deutsche Post einen Begleitroboter testet. "Post-Bot" ist ein vierrädriges, 1,50 Meter hohes Gefährt, das dem Zusteller auf Schritt und Tritt folgt. Er kann Postsendungen mit einem Gewicht von bis zu 150 Kilogramm tragen.

Das scheint auch dringend nötig zu sein: Allein für DHL, Deutschlands größten Dienstleister, liefern 20.000 Paketzusteller jeden Tag durchschnittlich 4,3 Millionen Pakete aus. Insgesamt werden bundesweit täglich etwa elf Millionen Pakete verschickt, vor Weihnachten noch mehr. Bis zu 31,5 Kilogramm dürfen Pakete wiegen: Kartons mit Wein oder Katzenstreu in Säcken - alles ist möglich.

Paketzusteller rüsten sich fürs Weihnachtsgeschäft

WDR 5 Profit - Topthemen aus der Wirtschaft | 07.11.2018 | 04:18 Min.

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Gewerkschaft: "Hoher Leistungs- und Zeitdruck"

"Die Paketzusteller bewegen mitunter mehrere Tonnen", sagt Christina Dahlhaus von der Fachgewerkschaft Post DPVKOM. "Sie haben einen enorm hohen Leistungsdruck und Zeitdruck."

Ein Zustell-Roboter "PostBOT" für Briefträger steht in einer Fußgängerzone

Der "Post-Bot" soll Paketzusteller unterstützen

Seit 2015 verdienen nicht mehr alle Post-Paketzusteller gleich viel. Es gibt mittlerweile zwei Tarifverträge. "Die einen werden regional unterschiedlich bezahlt, die anderen einheitlich nach dem alten Post-Haustarif", sagt Dahlhaus. "Darum sagen wir auch: gleiche Arbeit, dann bitte auch zu dem besseren Tarifvertrag der Deutschen Post AG".

Post: "Deutlich über Mindestlohn"

"Brutto verdiene ich knapp über 2.100 Euro", sagte ein Paketzusteller, der anonym bleiben will, dem WDR. "Bei Steuerklasse eins kriegt man so etwa 1.500, 1.600 Euro netto." Damit könne er seine Lebenskosten nicht bezahlen.

An einem ruhigen Tag seien rund 150 Päckchen zu verteilen. Bei acht Stunden Arbeitszeit sind das etwa drei Minuten pro Stück - für Anfahrt, Ausladen, Klingeln und Übergabe.

Die Post verweist darauf, dass sie "deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn und dem Lohnniveau von Wettbewerbern" zahle. Es handle sich um "attraktive Löhne nach dem jeweiligen Tarif der Speditions- und Logistikbranche".

Hier ist Platz für Ihre Meinung:

Stand: 20.11.2018, 13:40

Kommentare zum Thema

7 Kommentare

  • 7 Uwe 21.11.2018, 07:10 Uhr

    Ich habe und gebe heute noch meinem Paketboten ein kleines Tringeld. Heute ist man froh, wenn Danke gesagt wird. Zum kot................. Aber die Umgangsformen und die Menschlichkeit bleibt auf der Strecke. In diesem Sinne Frohe Weihnachten

  • 6 D.B.Cooper 20.11.2018, 22:59 Uhr

    Wer für Niedriglöhne arbeitet ist selbst schuld und macht Ausbeuter reich. Lasst die Ausbeuter stehen, sollen Sie ihre Pakete selbst ausliefern... Lieber Flaschen sammeln wie jemals für Paketdienste oder Zeitarbeitsfirmen zu arbeiten!

  • 5 Aleksandar Frank 20.11.2018, 21:50 Uhr

    Ich plädiere und appeliere an einen Generalstreik der "Boten", um zu sehen wie weit der Kinn runterhängt, wenn unter dem "Weihnachtsbaum" nichts bis wenig für die Kinder da ist! Verlogene Welt

  • 4 Bernd 20.11.2018, 20:45 Uhr

    Der Lohn ist mehr als hoch genug. Wer sich damit nicht zufrieden geben will, dem steht es frei, einen anderen Beruf zu ergreifen/zu erlernen. In anderen Ländern geht es vielen Menschen, selbst mit höherer Qualifikation, schlechter als den hier beschriebenen Personen. Die Menschen müssen endlich begreifen, daß das Leben nicht zum Nulltarif zu haben ist. Wer "nur nicht verhungern will" muß arbeiten. Wer mehr als "nur nicht Verhungern" will, der muß sich eine Wirtschaftsbereich suchen, bei dem nicht so viele Bewerber auf eine Stelle kommen. Der Wert einer Tätigkeit hängt nicht von der schwere der Arbeit ab, sondern davon, wie viele Bewerber qualifiziert/gewillt sind, diese Tätigkeit auszuüben. Die Gewerkschaften sollen endlich aufhören, Verteilungskämpfe zu führen. Warum verlang die Gewerkschaft nicht von ihren Mitglidern, daß diese ihre Ausbildung an die veränderten Kundenwünsche anpassen müssen. Dann gäbe es auch weniger Bewerber für einfache Tätigkeiten.

    Antworten (4)
    • totgelacht 20.11.2018, 22:46 Uhr

      Dümmster Kommentar ever!!!!!

    • D.B.Cooper 20.11.2018, 23:01 Uhr

      Recht sinnfrei der Post - könnte direkt von Jens Spahn sein ;-)))

    • Matthes 20.11.2018, 23:58 Uhr

      Ejejejej....ich hoffe, aber glaube nicht, dass Sie Online kaufen und der freundliche Zusteller Sie kennt

    • Bernd 21.11.2018, 00:13 Uhr

      @totgelacht und @ D.B.Coopoer: Der Kommentar ist weder dumm noch sinnfrei. Aber die sozialfaschisten wollen es nicht war haben, daß wir nicht alle Brüder und Schwestern einer großen Familie sind. Menschen sind nur mal Individuen und stehen mit anderen Menschen im Wettbewerb. Von daher ist muß man sich dem Wettbewerb stellen und das beste für sich herausholen, für ein freies und selbstbestimmtes Leben in Eigenverantwortung.

  • 3 wdr-sehr - Nr2 20.11.2018, 17:02 Uhr

    Zu WDR-Seher: Möglichkeit 3: einen Beruf erlernen, der mehr hergibt.

    Antworten (1)
    • D.B.Cooper 20.11.2018, 23:02 Uhr

      HGuch, klingt nach Realitätsverlust!?

  • 2 wdr-seher 20.11.2018, 16:56 Uhr

    es gibt nur 2 Möglichkeiten: a) Arbeitgeber erhöht den Lohn. b) Wir Verberaucher gehen wieder real (körperlich) einfaufen und vermeiden neben dem ganzen Paket-Müll auch durch Bus- und Bahn-Anfahrt die Luftverschmutzung.

  • 1 Prekär1965 20.11.2018, 16:53 Uhr

    brutto 2.100 € ~ netto 1.500 - 1.600 € - Und damit kann man seine Lebenskosten nicht bezahlen? Zunächst möchte ich einmal eine allgemeingültige Definition von "Lebenskosten" sehen. Offensichtlich hat dieser interviewte Zusteller einen ziemlichen Realitätsverlust. Paketzusteller sind in der Regel angelernte Kräfte und somit keine Facharbeiter im eigentlichen Sinne. Das Einkommen ist im Vergleich zu Mitbewerbern und anderen Beschäftigungen noch als "gut" zu bezeichnen. Das ist typisch deutsches Jammern auf hohem Niveau. Dass man in dieser Einkommensschicht weder überhöhte Mieten bezahlen noch etwas für die private Altersvorsorge zurücklegen kann ist allenthalben bekannt. Ich empfehle diesem Zusteller sich anderweitig zu orientieren und dann das große Geld zu machen.

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