Missbrauch in der Kirche: Abschaffung vom "päpstlichem Geheimnis"

Kettenglied einer Absperrung vor dem Petersplatz in Rom

Missbrauch in der Kirche: Abschaffung vom "päpstlichem Geheimnis"

  • Abschaffung von "päpstlichem Geheimnis"
  • Opfer fordern Akteneinsicht
  • Kirche solle Transparenz schaffen

Die Entscheidung von Papst Franziskus, das sogenannte päpstliche Geheimnis bei der Verfolgung von sexuellem Missbrauch von Priestern an Minderjährigen abzuschaffen, stößt bei der Betroffeneninitiative "Eckiger Tisch" auf Zustimmung. Der Sprecher der Initiative, Matthias Katsch, nannte dies am Dienstag auf WDR2 einen „wichtigen symbolischen Schritt“. Die Opfer hätten dies immer wieder gefordert.

Katsch fordert Transparenz

Es komme nun darauf an, wie dies vor Ort in den einzelnen Aufarbeitungskommissionen umgesetzt wird, betonte Katsch. Die Kultur der Heimlichtuerei und Vertuschung innerhalb der katholischen Kirche bei sexuellem Missbrauch von Minderjährigen müsse endlich überwunden werden. „Da ist noch viel zu tun“, sagte Katsch, der als Schüler von zwei Jesuiten missbraucht worden war.

Zugang zu Akten

Zugleich sprach er sich für mehr Tempo bei der Aufarbeitung aus. Die Opfer müssten Zugang zu den im Vatikan aufbewahrten Akten bekommen, die die Missbrauchsfälle dokumentieren. Wichtig sei auch, dass die Vorgänge von unabhängiger Seite aufgeklärt würden. Zwar gebe es in Deutschland vergleichsweise enge Verjährungsregeln in Sachen Missbrauch. "Wir werden aber dafür kämpfen, dass die Wahrheit ans Licht kommt und die Täter benannt werden, auch wenn sie nicht mehr bestraft werden können", so Katsch.

Stand: 17.12.2019, 20:43

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