Demonstrierende stehen mit Flaggen, Bannern und Schildern auf einem Platz in Dortmund.

Im Zeichen des Kriegs: Ostermärsche zwischen Kritik und positiver Bilanz

Stand: 18.04.2022, 19:26 Uhr

Bei den Ostermärschen der Friedensbewegung war der Krieg in der Ukraine das beherrschende Thema. Forderungen nach Abrüstung in diesen Zeiten hatten teils scharfe Kritik an den Ostermarsch-Organisatoren ausgelöst.

Von Peter Neuhaus

Am Ostermontag gab es die letzten Veranstaltungen, eine Kundgebung in der Dortmunder Innenstadt bildete den Abschluss des Ostermarschs Rhein-Ruhr.

Demonstrierende stehen mit Flaggen und Schildern auf einem Platz in Dortmund.

Die Friedensbewegung sieht sich im Aufwind. Das Netzwerk Friedenskooperative in Bonn meldete Veranstaltungen für Frieden und Abrüstung in mehr als 120 deutschen Städten. Die Teilnehmerzahl sei im Vergleich zu den Vorjahren moderat angestiegen. Nach Einschätzung der Veranstalter haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein deutliches Zeichen gegen Russlands Angriff auf die Ukraine gesetzt.

Dass sich die Kundgebungen der Ostermärsche auch gegen Waffenlieferungen und Militarisierung richteten, hatte dagegen scharfe Kritik ausgelöst. Der FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff warf der Friedensbewegung vor, Russlands Präsidenten Putin zu unterstützen. Im WDR-Interview sagte er, die Organisatoren der Ostermärsche seien eigentlich keine Pazifisten, sondern die „fünfte Kolonne Putins“.

Diese Kritik wollten viele Ostermarschierer in Nordrhein-Westfalen so nicht stehen lassen. Sie beteiligten sich an Aktionen zum Beispiel in Köln, Düsseldorf, Gronau, Iserlohn, Wuppertal, Bochum oder Essen. Bei der Kundgebung in Duisburg bezeichnete ein Teilnehmer Lambsdorffs Kritik als „alte Kamelle“. Die Friedensbewegung wolle, dass verhandelt werde und dass die Waffen schweigen.

Abschlusskundgebung der Demonstration auf einem Platz in Dortmund.

Der Ostermarsch Rhein-Ruhr endete auch in diesem Jahr in Dortmund. Im Stadtteil Dorstfeld, in dem viele Neonazis leben, setzte die Friedensbewegung ein Zeichen gegen Rechtsextremismus, abgesichert von der Polizei. Von dort zogen die Demonstranten in die Innenstadt zur Abschlusskundgebung. Mit etwa 600 fiel die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Dortmund geringer aus als von den Veranstaltern erhofft. Insgesamt haben sich am Ostermarsch Rhein-Ruhr nach Angaben der Deutschen Friedensgesellschaft mehr als 2.000 Menschen beteiligt.

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