Revival eines Brauchs: Nach zwei Corona-Jahren wieder Osterfeuer in NRW

Stand: 18.04.2022, 14:22 Uhr

Ein Osterfeuer? Das durfte es in NRW pandemiebedingt lange nicht geben. Doch dieses Osterwochenende lebte der Brauch im Westen wieder auf.

Es ist ein uralter Brauch: ein Osterfeuer im Freien. Für viele gehört es zum Osterfest einfach dazu. 2020 und 2021 waren solche Feuer, um das sich Menschen scharen, pandemiebedingt untersagt. Doch in diesem Jahr durften sie wieder stattfinden.

Osterfeuer gab es unter anderem in Hagen, Hattingen, Münster, Xanten und in Haltern am See. Auch in Gevelsberg wurden Feuer entzündet - zwei von ihnen wurden allerdings nicht ordentlich gelöscht. Die Feuerwehr musste daher ausrücken.

Osterräder aus Lügde

Ein brennendes Osterrad ·läuft· den Berg hinab

Ein brennendes Osterrad "läuft" den Berg hinab

In Lüdge lebte indes die Tradition der Osterräder wieder auf. Die Osterräder, bestehend aus Eichenholz, werden mit Strohbüscheln gestopft. Mit dem Einbruch der Dunkelheit wird dieses Stroh angezündet - und die Räder einen Berg, den Osterberg, runtergestoßen. Lügde trägt seit 2012 sogar den Beinamen "Stadt der Osterräder", auch wenn es den Brauch auch in anderen Gegenden Deutschlands gibt.

Der Osterräderlauf, der Ostersonntags stattfindet, ist indes etwas einmaliges - und wurde daher von der Unesco zum Immateriellen Kulturerbe ernannt.

Mehr zum Brauch der Osterfeuer

In manchen Gegenden gibt es Osterfeuer, die zum einen auf heidnische Bräuche des Winteraustreibens zurückzuführen sind. Sie symbolisieren aber auch Leben und Wärme - womit sie das christliche Ostergeschehen in sinnliche Erfahrungen umsetzen.

Osterfeuer werden zumeist am Karsamstag entfacht, es gibt aber auch einige an Ostersonntag. Sie erfolgen im Rahmen von Veranstaltungen, die Mitglieder von Kirchengemeinden oder Vereinen ausrichten.

Das durfte übrigens nicht aufs Osterfeuer

Feuer im Freien dürfen nach Angaben des NRW-Umweltministeriums nicht dazu missbraucht werden, Abfall zu beseitigen. Verboten sind: Lackiertes und behandeltes Holz, Sperrmüll, Altreifen und Kunststoff.

Erlaubt ist, naturbelassenes Holz sowie von Blättern befreiter Baum- und Strauchschnitt abzubrennen. Dabei sollte das Holz möglichst trocken sein. Damit werden laut Ministerium die Umwelt sowie die Anwohnerinnen und Anwohner so wenig wie möglich durch Verbrennungsprodukte wie Feinstaub und Kohlenmonoxid belastet.

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