Knappes Rennen bei Entscheidung zur Organspende

Eine Frau mit Mundschutz hält einen Organspendeausweis hoch

Knappes Rennen bei Entscheidung zur Organspende

  • "Widerspruchslösung" gegen "Zustimmungslösung"
  • Abstimmung am Donnerstag
  • Umfrage: Knappe Mehrheit für "Widerspruchslösung"

Kurz vor der Bundestagsentscheidung über eine Neuregelung von Organspenden am kommenden Donnerstag (16.01.2019) zeichnet sich ein knappes Rennen zwischen den den beiden konkurrierenden Gesetzentwürfen ab. Ausgewertet wurden Unterstützerlisten und eine Umfrage der "Neuen Osnabrücker Zeitung" unter Bundestagsabgeordneten. Danach liegt die "Widerspruchslösung" von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) knapp vorne.

Mehrheit für die "Widerspruchslösung"

Demnach sind von den insgesamt 709 Parlamentariern bisher 252 entschlossen, für die sogenannte Widerspruchslösung zu stimmen. Diese sieht vor, dass jeder, der nicht zu Lebzeiten widerspricht, nach seinem Tod als Organspender gilt.

Dagegen befürworten 221 Abgeordnete den Entwurf von den Grünen und den Linken. Dieser sieht vor, dass nur eine aktive Zustimmung zu einer Organspende führen kann.

Außerdem kündigten 38 AfD-Abeordnete an, einen gesonderten Antrag ihrer Fraktion zu unterstützen, der Spahns Pläne klar ablehnt. 194 Parlamentarier sind noch unentschieden oder haben in der Umfrage keine Angaben gemacht. Vier Abgeordnete erklärten, sie könnten an der Abstimmung nicht teilnehmen.

Bundestag: "Organspendegesetz" phoenix vor ort 26.06.2019 02:13:24 Std. Verfügbar bis 26.06.2020 Phoenix

Brief soll überzeugen

Am Freitag (10.01.2019) hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einem Brief an die Parlamentarier für die Widerspruchslösung geworben. Nun haben die Gegner nachgezogen. Auch sie haben einen Brief verfasst, in dem sie für die Zustimmungslösung und "Stärkung der Entscheidungsbereitschaft" werben.

Stand: 11.01.2020, 11:05

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