Opern spielen selten lebende Komponisten

Katarina Dalayman als Isolde und Peter Seiffert als Tristan an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin

Opern spielen selten lebende Komponisten

  • Nur jeder dritte gespielte Komponist lebt noch
  • Komponistinnen tauchen kaum in Spielplänen auf
  • Argument der Opernhäuser: neue Stoffe häufig schwer

Nordrhein-Westfalen gleicht einem Paradies für Opernfans: Unter den mehr als tausend Aufführungen kommunaler Bühnen, gab es in der vergangenen Spielzeit auch etliche Opern zu sehen. Nach WDR-Recherchen drei Opern pro Tag.

Doch ein genauer Blick in die Programmhefte zeigt: Gespielt werden vor allem Komponisten, die längst tot sind.

Was wird an den Opern in NRW gezeigt?

WDR 3 Kultur am Mittag 15.07.2019 08:02 Min. Verfügbar bis 14.07.2020 WDR 3

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Tote Männer beherrschen Spielpläne

Verdi, Mozart, Wagner und Puccini – das sind die Namen, die immer noch einen großen Teil des aktuellen Repertoires ausmachen. Zwei Drittel der gespielten Komponisten sind tot. Stücke von lebenden Komponisten finden sich selten auf den Spielplänen.

Neue Stoffe haben es schwer

Die Opern begründen ihre konservativen Spielpläne mit dem allgemeinen Druck, die Auslastungszahlen hochzuhalten. Ein Argument lautet, das Auftragswerke aufwendig und teuer seien. Außerdem hätten es neue Stoffe häufig schwer, sich gegen populäre Melodien durchzusetzen.

Frauen? Fehlanzeige!

Doch noch etwas fällt beim Blick auf die Spielpläne auf: Schaut man sich die Stücke an, so sind die Komponisten allesamt Männer. "Es gibt gewachsene Strukturen, die von Männern dominiert sind", erklärt Berthold Schneider, Intendant der Oper Wuppertal.

Man müsse sicherstellen, dass Frauen angemessen berücksichtigt werden, so Schneider. "Das könnte man mal festlegen."

Stand: 15.07.2019, 12:30

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