Gewalt gegen Frauen: Weltweiter Protest auch in NRW

Gewalt gegen Frauen: Weltweiter Protest auch in NRW

  • Protest gegen Gewalt an Frauen
  • Demonstrationen in ganz NRW
  • Tanz-Flashmob als Markenzeichen

Erneut haben am Freitag (14.02.2020) weltweit Menschen mit Demonstrationen und Tanz-Flashmobs Gewalt gegen Frauen angeprangert. "One Billion Rising" heißt die Bewegung, die Frauen seit 2013 vom Valentinstag bis zum Internationalen Frauentag am 8. März zum Protest aufruft. Der Hintergrund: Laut Vereinte Nationen wird eine von drei Frauen im Lauf ihres Lebens zum Opfer von Gewalt.

Besondere Choreografie

Frauen demonstrieren in Wuppertal bei der Aktion „One Billion Rising“

Demo in Wuppertal

Zentrales "Markenzeichen" der Aktion ist ein Tanz mit einer besonderen Choreografie, den die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Beispiel in Dortmund, Olpe, Attendorn, Lippstadt und Warstein-Belecke und Soest aufführten. Auch in Ostwestfalen-Lippe gab es Aktionen, zum Beispiel in Unna, Bielefeld, Detmold, Gütersloh, Lemgo, Minden und Paderborn. In Detmold gab es am Nachmittag einen Sternmarsch, in Wuppertal Demonstrationen.

In Aachen hatten die Organisatorinnen auch ein Bühnenprogramm vorbereitet, das die verschiedenen Formen von Gewalt gegen Frauen thematisierte: von Genitalverstümmelung über häusliche Gewalt bis hin zu sexuellen Übergriffen, Zwangsheirat oder Prostitution.

Ruf nach mehr Geld für Frauenhäuser

"Wir wünschen uns, dass es einen gesetzlichen Anspruch gibt, dass Frauen ins Frauenhaus können", sagte Renate Wallraff vom Frauennetzwerk dem WDR am Rande der Demonstration. "Und wir wünschen uns, dass die Beratungsstellen finanziert werden und nicht jedes Jahr immer wieder betteln und bitten müssen."

Täter sind selten Fremde

Gewalt gegen Frauen ist in Nordrhein-Westfalen ein großes Problem. In den 58 Frauenberatungsstellen in NRW bekommen die Beraterinnen täglich Anrufe von Betroffenen. Die meisten Gewalttaten würden nicht von unbekannten Tätern verübt, sondern von Männern aus dem sozialen Umfeld, heißt es.

Frauen werden oft vom Partner misshandelt

"Die meisten melden sich, weil sie Gewalt in ihrer Beziehung erleben", sagt Eva Inderfurth von der Frauenberatungsstelle in Düsseldorf. Die Betroffenen würden von ihren Partnern erniedrigt, unterdrückt, geschlagen oder vergewaltigt.

In den Frauenberatungsstellen berichten einige Frauen sogar, dass ihre Männer versucht haben, sie zu töten. "Verstärkt werden diese Drohungen ausgesprochen, wenn sich die Frau trennen will", erklärt Inderfurth.

Frauenhäuser oft überfüllt

Für bedrohte Frauen bleibt oft nur die Flucht in ein Frauenhaus. Landesweit gibt es zurzeit 64, die alle von der Landesregierung finanziell unterstützt werden.

Trotzdem sind die Häuser oft überfüllt. Dadurch kann nicht jede Betroffene schnell einen Platz finden. "Das kann dazu führen, dass Frauen entmutigt werden und in der Wohnung mit dem Gewalttäter bleiben", so Inderfurth.

Land will Frauenhäuser bis 2022 ausbauen

Die Landesregierung will die Plätze deshalb ausbauen. "Bis 2022 wollen wir die Schutzplätze für Frauen in Frauenhäusern um mindestens 50 erhöhen", teilt das NRW-Gleichstellungsministerium auf WDR-Nachfrage mit.

Vergewaltigt. Wir zeigen an! – Ein Jahr später die story 05.06.2019 43:56 Min. UT Verfügbar bis 04.06.2020 WDR Von Nicole Rosenbach

Stand: 14.02.2020, 17:45

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