Symbolbild Coronavirusvariante Omikron

Wie die Impfstoffe jetzt an Omikron angepasst werden

Stand: 15.12.2021, 10:17 Uhr

Die Wirksamkeit der doppelten Impfung lässt bei Omikron ersten Studien zufolge deutlich nach. Mehrere Impfstoffe sollen deshalb an die Variante angepasst werden. Ein Überblick.

Die Ausbreitung der Omikron-Variante hat Folgen für die Wirksamkeit der Impfstoffe: Ersten Studien zufolge schützen die bisherigen Impfstoffe nur teilweise gegen die neue Variante. Mehrere Hersteller haben deshalb begonnen, ihre Impfstoffe an Omikron anzupassen. Ein Überblick zu den wichtigsten Impfstoffen.

Biontech/Pfizer: Das Unternehmen hat bereits mit der Anpassung des mRNA-Impfstoffs begonnen und teilte am 8. Dezember mit, dass ein solcher Stoff bis Ende März 2022 auf den Markt gebracht werden soll. Die Impfstoff-Anpassung soll dabei nichts an der Anzahl produzierter Impfdosen ändern: Es werden weiterhin vier Milliarden Dosen erwartet.

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, teilte am 15. Dezember mit, dass Biontech signalisiert habe, in etwa sechs Wochen eine (Virus-)Stammanpassung umsetzen zu können. Sie soll dann innerhalb weniger Monate millionenfach hergestellt werden können. Ein langwieriges Zulassungsverfahren soll wegfallen, sofern der Antrag für den artverwandten Covid-Impfstoff bereits vollständig ist.

Laut einer Studie aus Südafrika schützen zwei Dosen des Biontech-Impfstoffs auch bei der Omikron-Variante deutlich vor schweren Verläufen. Demnach bot eine zweifache BioNTech-Impfung einen 70-prozentigen Schutz vor schweren Verläufen, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen. Der Schutz vor einer Infektion ist mit 33 Prozent aber niedrig.

Moderna: Auch die US-Firma Moderna überarbeitet ihren mRNA-Impfstoff. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass in 60 bis 90 Tagen die klinischen Studien damit beginnen könnten. Moderna gibt an, im Laufe des nächsten Jahres zwei bis drei Milliarden Dosen des angepassten Vakzins herstellen zu können.

Am 15. Dezember teilte Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, mit, dass Moderna signalisiert habe, in etwa sechs Wochen eine (Virus-)Stammanpassung umsetzen zu können. Sie soll dann innerhalb weniger Monate millionenfach hergestellt werden können. Ein langwieriges Zulassungsverfahren soll wegfallen, sofern der Antrag für den artverwandten Covid-Impfstoff bereits vollständig ist.

Astrazeneca: Das britisch-schwedische Unternehmen prüft zurzeit, wie der bisherige Vektor-Impfstoff gegen Omikron wirkt. Die Universität Oxford, die den Impfstoff mitentwickelt hat, sieht aktuell keine Hinweise dazu, dass der Astrazeneca-Schutz vor schweren Verläufen bei Omikron nachlässt - verweist aber auch darauf, dass es bislang nur begrenzt Daten gibt.

Wenn nötig könne rasch eine neue Version des Impfstoffs entwickelt werden. Ob Astrazeneca auch angepasst werden könnte, um besser vor Symptomen mit Omikron zu schützen, ist derzeit offen.

Johnson & Johnson: Auch die US-Firma des nur einfach verimpften Vektor-Vakzins prüft den Impfstoff mit Blick auf Omikron - und arbeitet parallel nach eigenen Angaben bereits an einem neuen Impfstoff. Man werde ihn wenn nötig schnell weiterentwickeln, um ihn dann klinisch testen zu können.

Novavax: Einige Menschen warten auf den neuen proteinbasierten Impfstoff der US-Firma Novavax, der sich von den bisherigen Impfstoffen unterscheidet. Er ist bislang nur in zwei Ländern zugelassen. Mehrere Genehmigungsverfahren laufen noch, auch für die EU. Novavax prüft ebenfalls, wie der aktuelle Impfstoff gegen Omikron wirkt - und hat parallel mit der Entwicklung eines spezischen Stoffes angefangen.

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