Olympische Spiele verschoben - des einen Freud, des anderen Leid

Die Olympischen Ringe vor einem Stadion in Tokio

Olympische Spiele verschoben - des einen Freud, des anderen Leid

Von Daniel Sondergeld

  • Karriereende einiger Sportler verschoben
  • Durch Verschiebung mehr Zeit, Verletztungen auszukurieren
  • Neue Chance für dopende Sportler

Die Olympischen Spiele in Tokio finden aufgrund der Corona-Pandemie nicht, wie ursprünglich geplant, ab heute, sondern erst 2021 statt. Die Verschiebung hat die Pläne einiger Sportler durchkreuzt - für andere ist sie eine Chance.

Pläne vieler Sportler durchkreuzt

Der Kanufahrer Ronald Rauhe war bereit, dieses Jahr in Tokio noch einmal Gold zu holen: "Wir haben dreimal den Titel in Folge geholt, sind Weltrekordhalter. Und alles sah natürlich danach aus, dass wir um die Goldmedaille mitfahren können. Dementsprechend war alles darauf ausgelegt. Nach diesem Datum sollte eigentlich Schluss sein. Ich wollte meine Karriere beenden."

Ronald Rauhe

Ronald Rauhe

Ronald Rauhes Karriereende verschiebt sich jetzt um ein Jahr. Das heißt für ihn: Auch seine privaten Pläne sind erst einmal verschoben oder sogar geplatzt. Die große Frage ist auch, ob die Leistung im nächsten Jahr immer noch so gut ist wie jetzt. Die Sportler und Sportlerinnen haben für die Olympischen Spiele einen Vier-Jahresplan, um pünktlich zu Olympia in absoluter Topform zu sein. So eine Form hält man nicht einfach ein Jahr. Für einige ist aber auch genau das eine Chance.

Die Verschiebung als Chance

Marcel Nguyen

Marcel Nguyen

Für alle Sportler und Sportlerinnen bedeutet die Verschiebung auf 2021: Ein Jahr mehr Zeit, um zu trainieren. Zeit, die beispielsweise die Hürdenläuferin Pamela Dutkiewicz und Turner Marcel Nguyen dringend gebrauchen können. Beide wurden letztes Jahr operiert und waren in diesem Jahr noch nicht komplett fit.

Kaum Dopingtests während Corona

Während der Corona-Zeit gab es weniger Dopingkontrollen, zum Teil sogar gar keine. Das ist ein Problem, auch wenn die Olympischen Spiele erst in einem Jahr stattfinden, sagt Pamela Dutkiewicz: "Es wird eingenommen damit man stärker trainieren kann. Und wenn man größere und stärkere, schnellere Resultate im Training hat, ist natürlich auch das Wettkampfresultat ein besseres."

Es sei also eine Fehlvorstellung, dass unmittelbar vor einem Wettkampg etwas eingeworfen werde und dies dann unmittelbaren Einfluss auf den Wettkampf habe, so die Hürdenläuferin Dutkiewicz.

Hinzu kommt: Einige Dopingsperren sind im nächsten Jahr abgelaufen. Das bedeutet, dass Sportler und Sportlerinnen, die dieses Jahr noch gesperrt sind, im nächsten Jahr theoretisch an den Olympischen Spielen teilnehmen könnten.

Olympia: Tokio 2021 längst nicht sicher Morgenmagazin 10.07.2020 01:43 Min. Verfügbar bis 10.07.2021 Das Erste

Stand: 24.07.2020, 12:08

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