Mronz: "Olympische Spiele können Aufbruchstimmung bringen"

Die Olympischen Ringe

Mronz: "Olympische Spiele können Aufbruchstimmung bringen"

  • Sportmanager will Olympischen Spiele 2032 nach NRW holen
  • Bestehende Infrastruktur soll genutzt werden
  • Entscheidung über Bewerbung liegt beim Deutschen Sportbund

Sportmanager Michael Mronz will 2032 die Olympischen Spiele an Rhein und Ruhr holen. Ein Gespräch über das Pfund der Region, ehrliche Spiele und den Auftrag des Sports.

WDR: Ist die Region überhaupt fit für Olympia?

Michael Mronz: Das, was wir heute schon hier haben, sind 90 Prozent der Infrastruktur, also Sportstätten, die bereits genutzt werden. Das ist natürlich ein großes Pfund, das wir auf unserer Seite haben.

WDR: Das heißt, die Angst der Leute, dass erst für viel Geld etwas gebaut wird, was dann künftig ungenutzt herumsteht, die können Sie nehmen?

Mronz: Erstmalig ist es eben auch möglich, dass sich nicht nur eine Stadt, sondern eine ganze Region bewerben kann. Das heißt, wir können die bestehende Infrastruktur einer ganzen Region miteinbeziehen - also nachhaltigere Spiele haben, als es bisher der Fall war, weil umfangreiche Baumaßnahmen nicht so dringlich sind. Wir haben große Kapazitäten und damit einfach eine ganz andere Ausgangssituation. Wir haben zum Beispiel die Reitturnieranlage in Aachen, wo jährlich das größte Reitturnier der Welt stattfindet, oder die Veltinsarena in Gelsenkirchen, dort wollen wir die Schwimmwettbewerbe austragen. Oder die Arena in Düsseldorf. Dort könnte Handball und Volleyball stattfinden. Indoorsportarten könnten in Messehallen ausgetragen werden.

Michael Mronz

Der Kölner Michael Mronz ist Sport- und Eventmanager. Er vermarktet seit Jahren den CHIO in Aachen, das größte Reitturnier der Welt, aber auch Großereignisse wie die Wok-WM oder das Weihnachtssingen in NRW-Stadien. Der Unternehmer war mit dem FDP-Politiker und ehemaligen Bundesaußenminister Guido Westerwelle verheiratet.

WDR: Was müsste denn ganz neu entstehen?

Mronz: Wir brauchen eine Wildwasserbahn. Die würden wir in Duisburg verorten. Und das zweite große Thema ist Leichtathletik. Wenn ein Bundesligist sein Stadion renoviert oder einen Neubau plant, könnte man dort temporär eine Laufbahn integrieren. Ein anderes Thema ist das Olympische Dorf für 17.000 Athleten. Da muss man sich fragen, wie eine Nachnutzung aussehen könnte. Das heißt, wir sollten dort hingehen, wo Wohnraummangel ist. So könnte ein neues Angebot geschaffen werden.

WDR: Bei einer WDR-Straßenumfrage im Ruhrgebiet haben die Leute auf die Idee zwar ganz positiv reagiert, aber es gab auch durchaus den Wunsch nach Bescheidenheit statt Gigantismus – also mit Augenmaß an die Sache heranzugehen. Können Sie das versprechen?

Mronz: Ich glaube, gerade im Rheinland und im Ruhrgebiet will man „ehrliche Spiele“. Deshalb wollen wir dem IOC (Internationales Olympisches Komitee) auch ein anderes Angebot machen, also nicht copy und paste von bisherigen Spielen. Es geht nicht darum, dass wir ein Konzept vorlegen, sondern dass wir gemeinsam mit den Menschen, die hier leben, 2032 Gastgeber sein wollen.

WDR: Was bringt Olympia für die Region?

Mronz: Zunächst mal eine Fokussierung auf den Sport, denn der hat einen unglaublich wichtigen Auftrag in unserer Gesellschaft - Stichwort Integration oder Teamgedanke. Zum anderen können Olympischen Spiele eine Aufbruchstimmung bringen.

WDR: Wie sieht jetzt der weitere Fahrplan aus?

Mronz: Wir müssen erst mal mit den Bürgern in einen Dialog kommen. Die endgültige Hoheit hat am Ende der Deutsche Sportbund. Und dann muss man gucken, wie der Zeitplan des IOC aussieht. Früher wäre die Vergabe für die Olympischen Spiele 2032 festgelegt auf das Jahr 2025 – also sieben Jahre vorher. Das ist seit diesem Jahr anders geregelt. Die Vergabe könnte jetzt früher oder später sein.  Darauf muss man dann die gesamte Bewerbungsphase abstimmen.

Das Gespäch führte Katja Goebel

Zu Gast bei WDR 4: Michael Mronz

WDR 4 Studiogäste 28.09.2019 18:30 Min. Verfügbar bis 27.09.2020 WDR 4

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Stand: 21.10.2019, 15:20

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