Münchener Oktoberfest startet: Millionen Menschen erwartet

Stand: 17.09.2022, 13:24 Uhr

Nach zwei Jahren Pause findet die "Wiesn" in München wieder statt. Mediziner rechnen danach mit vielen Corona-Neuinfektionen, viele äußern sich aber recht entspannt. Auch in NRW wird gefeiert.

Sechs Stunden vor der offiziellen Eröffnung des Münchener Oktoberfests um 12 Uhr Mittag haben schon mehrere Dutzend Menschen noch bei Dunkelheit auf den Einlass gewartet. Einige hatten Brotzeiten dabei, noch mehr glühten mit mitgebrachtem Bier vor.

17.09.2022, Bayern, München: Die ersten Wiesnbesucher stehen am Eingang und warten auf den Einlass

Nach zwei Jahren Pause scheint die Vorfreude groß zu sein, die ersten Besucher rannten freudestrahlend auf das Gelände. Es wird von demselben "Feeling wie früher" gesprochen. Bis zum 3. Oktober werden in München Millionen Gäste erwartet.

17.09.2022, Bayern, München: Die ersten Wiesnbesucher rennen nach dem Einlass zu den Festzelten

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat das Oktoberfest der Tradition folgend inzwischen bereits mit dem Anzapfen des ersten Fasses Bier eröffnet. Die erste Maß bekam dann auch traditionell Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

17.09.2022, Bayern, München: Start des 187. Münchner Oktoberfests auf der Theresienwiese, Fassanstich im Schottenhamel-Zelt: Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München, sticht das Fass an

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat das Oktoberfest mit dem traditionellen Anstich offiziell eröffnet.

Feiern ohne Corona-Auflagen

Und die Pandemie? Corona-Regeln gibt es keine, die Gäste dürfen grundsätzlich ohne Auflagen feiern. Die Behörden fordern allerdings dazu auf, sich bei Erkältungssymptomen zu testen und zum Schutz anderer nicht krank zum Fest zu kommen.

17.09.2022, Bayern, München: Besucher warten im Hacker-Pschorr-Zelt auf die offizielle Eröffnung am ersten Tag des Oktoberfestes

Dass es viele Neuinfektionen geben wird, liegt für Medizinerinnen und Mediziner nahe. Sie rechnen nach dem Oktoberfest - wie nach anderen Volksfesten - mit einer erhöhten Anzahl an Infektionen. Trotzdem äußern sich viele verhältnismäßig entspannt.

Mediziner geht nicht von Überlastung der Kliniken nach "Wiesn" aus

"Die Zahl der Atemwegserkrankungen insgesamt ist aktuell auf dem Niveau der Vor-Pandemiejahre", sagt der Pandemiebeauftragte des Universitätsklinikums rechts der Isar der TU München, Christoph Spinner. Er erwartet durch die Wiesn zwar einen zwei- bis dreifachen Anstieg der Corona-Infektionszahlen, aber keine Überlastung der Kliniken. Allerdings rät er Menschen mit erhöhtem Risiko, wegen der Ansteckungsgefahr auf einen Besuch zu verzichten oder zumindest die Bierzelte zu meiden.

Der ehemalige Chef des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hält Volksfeste in diesem Herbst in Deutschland für vertretbar. Die Corona-Lage sei aktuell "gut beherrschbar", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Oktoberfest in NRW unter anderem bei Mülheim, in Solingen und Kleve

Das Oktoberfest kommt auch nach NRW. Zwar sind etwa die Feste in Neuss im Rennbahnpark und in Köln am Südstadion abgesagt worden, was unter anderem damit begründet wurde, dass wegen Corona noch immer die Planungssicherheit fehle; an vielen anderen Orten gibt es aber Partys.

Gefeiert wird etwa bei Mülheim auf dem Flugplatz Essen/Mülheim und in Solingen in der Klingenhalle. In Kleve, wo an drei Wochenenden insgesamt 12.000 Menschen erwartet werden, ist das Oktoberfest am Freitag schon mit dem Anstich eröffnet worden.

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