Aus für Ölheizungen: Was auf Eigentümer und Mieter zukommt

Aus für Ölheizungen: Was auf Eigentümer und Mieter zukommt

  • Verbot für Ölheizungen ab 2026
  • Fördergeld bei Modernisierung
  • Mehrkosten für Mieter befürchtet

Hausbesitzern soll der Umstieg auf emissionsarme Heizsysteme mit hohen Prämien schmackhaft gemacht werden. Eine Win-win-Situation?

Die Bundesregierung hat am Mittwoch (23.10.2019) ein Einbau-Verbot für neue Ölheizungen auf den Weg gebracht. Es ist Teil des neuen Gebäudeenergiegesetzes. Damit will die Bundesregierung mehr Tempo machen beim Klimaschutz.

Was genau ist geplant?

Gas- oder Ölheizkessel, die im Jahr 1991 oder später installiert wurden, dürfen bereits jetzt nur maximal 30 Jahre lang laufen. Neue Ölheizungen werden demnach von 2026 an völlig verboten. Ausnahmen gelten für Gebiete, in denen es keinen Gas-Anschluss gibt und sich Wärmepumpen nicht wirtschaftlich einsetzen lassen.

Ölheizungen: Abwrackprämien sinnvoll?

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 12.08.2019 05:30 Min. Verfügbar bis 11.08.2024 WDR 5

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Hausbesitzer, die ihre alten Ölheizungen durch emissionsarme Modelle ersetzen, sollen bis zu 40 Prozent der Kosten erstattet bekommen. Die Investition können sie von der Steuer absetzen. Die Bundesregierung hofft so, ihre Klimaziele zu erreichen und den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.

Derzeit werden laut Statistisches Bundesamt noch knapp ein Viertel der deutschen Haushalte mit Öl beheizt. Nach Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ließen sich durch moderne Heiztechnologien jährlich bis zu 30 Millionen Tonnen CO2 einsparen.

Kommen Kosten auf Mieter zu?

Das ist wahrscheinlich. Nach Abschluss einer Modernisierung darf der Vermieter einen Teil der Kosten auf die Miete aufschlagen. Dabei werden die Kosten anteilig je nach Quadratmeterzahl abgerechnet.

Wie klimaneutral ist die Holznutzung?

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 17.10.2019 11:18 Min. Verfügbar bis 16.10.2024 WDR 5 Von WDR 5

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Entscheidet sich der Vermieter für eine besonders teure Variante, zum Beispiel eine emissionsarme Holzpelletheizung, kann die Miete trotz Förderung durch den Bund deutlich steigen. Durch die geringeren Brennstoff-Preise sollten aber langfristig die Nebenkosten sinken.

Steigt die Chance, dass Deutschland seine Klimaziele erreicht?

Wenn die Berechnungen der Bundesregierung stimmen, wäre es auf jeden Fall ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Kritiker wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) halten das Gebäudeenergiegesetz jedoch für eine "klimapolitische Luftnummer". Grund seien auch die zahlreichen Schlupflöcher im Gesetz. Trotz des Verbots dürfen Hauseigentümer jedoch auch nach 2026 eine neue Ölheizung einbauen: Sie müssten diese nur mit zusätzlicher Solarthermie kombinieren. Klimaschädliches Heizöl dürfe dann immer noch verbrannt werden.

Stand: 23.10.2019, 11:10

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