Eisheilige verschonen Obstbäume in NRW

Apfelbaum in voller Blüte

Eisheilige verschonen Obstbäume in NRW

  • Besonders üppige Obstblüte in NRW
  • In diesem Jahr keine Frostschäden
  • Ernteschätzung erst ab Juli möglich

Verzweifelte Obstbauern, die mit wärmenden Feuern gegen den Frost kämpfen - diese Bilder aus dem vergangenen Jahr bleiben unvergessen. Trotz der Anstrengungen gab es gewaltige Ernte-Einbußen.

Diese Gefahr ist für dieses Jahr gebannt, die Eisheiligen (11. bis 15.05.2018) brachten zwar kühlere Temperaturen in NRW, aber keine Frostschäden.

Doch die Minustemperaturen aus dem letzten Jahr wirken noch nach - in Form einer besonders üppigen Obstblüte in diesem Jahr: "Ein Obstbaum, der keine Früchte trägt, legt alle Kraft in die Anlage von Blütenknospen", erklärt Peter Muß vom Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer e.V..

Ausdünnen für kontinuierlichen Ertrag

Doch das heißt nicht, dass nun auch die Obsternte so reichhaltig ausfällt. Die Obstbauern würden sich nun ans Ausdünnen machen, sagt Peter Muß. Ohne diesen Schritt würden nur kleine Früchte heranwachsen. Und da der Baum dann all seine Kraft in die Früchte stecke, würde es im darauffolgenden Jahr wieder entsprechend weniger Blütenknospen geben.

"Das kennt man vom Apfelbaum im heimischen Garten", erläutert Muß: "Der trägt nur alle zwei Jahre. In einem Jahr gibt es besonders viele Äpfel, im darauffolgenden nur ganz wenige." Die Erwerbs-Obstbauern seien aber auf einen kontinuierlichen Ertrag angewiesen.

"Es kann noch viel passieren."

Auch wenn die Obstbäume die kritische Frühjahrs-Frostperiode gut überstanden haben, so ist es viel zu früh, über eine Ernte zu spekulieren. "Es kann noch viel passieren", sagt Peter Muß.

"Ein Hagelschauer kann die Ernte einer ganzen Plantage vernichten." Aber auch zu viel Regen oder eine zu große Trockenheit könnten noch auftreten. Eine seriöse Ernteschätzung sei deshalb erst im Juli möglich.

Wachstumsbranche Obstanbau in NRW

Der Obstanbau in NRW ist ein wichtiger Wirtschaftszweig. Bundesweit ist das Rheinland das viertgrößte Anbaugebiet für Baumobst. Von den 4,8 Millionen Apfelbäumen in NRW stehen 73 Prozent im Regierungsbezirk Köln, meist im Meckenheimer Raum. Im Vergleich zum Bundestrend, wo der Obstanbau rückläufig ist, konnte er in NRW zulegen: Seit 2012 ist er um 30 Prozent gewachsen.

Das belegt die letzte Baumobst-Anbau-Erhebung von IT NRW aus dem Jahr 2017. Sie wird alle fünf Jahre durchgeführt. Demnach werden in NRW auf gut 2.700 Hektar Obst angebaut. Neben Äpfeln, die Dreiviertel des Anbaus ausmachen, setzen die Obstbauern auch auf Birnen, Kirschen, Pflaumen und Zwetschen. Aber auch Mirabellen und Renekloden wachsen auf zehn Hektar.

Stand: 16.05.2018, 06:00

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