Schon vier Kältetote in NRW

Obdachlose schieben Einkaufswagen mit Hab und Gut

Schon vier Kältetote in NRW

  • Vier Obdachlose auf der Straße gestorben
  • Eiskalte Nächte sind lebensgefährlich
  • Keine offiziellen Statistiken zu Kältetoten

Trotz eines guten Hilfesystems erfrieren auch in NRW in jedem Winter Menschen auf der Straße. Vor allem die kalten Nächte im Oktober und November seien für Obdachlose ein Problem gewesen. In dieser Zeit seien zwei Männer in Düsseldorf, einer in Köln und einer in Essen gestorben. Das ergaben Recherchen der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe.

Da von Bund, Ländern und Kommunen keine offiziellen Statistiken zu Kältetoten geführt würden, sei die Definition nicht immer einfach, sagte Geschäftsführerin Werena Rosenke.

Herzversagen durch Unterkühlung

Die Arbeitsgemeinschaft stütze sich bei ihrer bundesweiten Zählung auf Medienberichte. "Es geht dabei um Menschen, die auf der Straße durch die Einwirkung von Kälte gestorben sind", erläuterte sie. "Auch Herzversagen kann dabei mit Unterkühlung zusammenhängen." Oft würden Obduktionsberichte aber gar nicht öffentlich - oder gar keine Untersuchungen zu den Todesursachen veranlasst. Kälte kann für Menschen lebensgefährlich werden, weil der Körper nach und nach auskühlt und wichtige innere Organe versagen.

Kältebusse und Kältetelefone

Die Arbeitsgemeinschaft zählt Kältetote in Deutschland seit dem Beginn der 1990er Jahre. 314 Fälle seien seitdem dokumentiert, berichtete Rosenke. "Es hat etwas gebracht, dass es in vielen Großstädten jetzt Kältebusse oder Kältepatrouillen gibt", sagt Rosenke. Auch Kältetelefone, über die Bürger Hilfe rufen können, wenn sie Obdachlose nachts draußen sehen, seien eine Hilfe.

Wärmebus für obdachlose Menschen Lokalzeit aus Dortmund 17.01.2019 07:05 Min. Verfügbar bis 17.01.2020 WDR Von Olaf Tack

Stand: 26.01.2019, 08:39

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