One Billion Rising: Tanz-Flashmobs gegen Gewalt an Frauen

One Billion Rising: Tanz-Flashmobs gegen Gewalt an Frauen

Von Meriem Benslim

  • "One Billion Rising": weltweite Aktion gegen Gewalt an Frauen
  • Viele NRW-Städte machen mit
  • Frauen werden oft vom Partner misshandelt
  • Land NRW will Frauenhäuser ausbauen

"One Billion Rising" heißt der Tanz-Flashmob, der weltweit ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen will. Am Freitag (14.02.2020) werden darum auch in ganz NRW wieder Menschen öffentlich tanzen.

"Ich kriege jedes Mal Gänsehaut, wenn alle tanzen", sagt Eva Inderfurth von der Frauenberatungsstelle in Düsseldorf. Sie hat schon mehrfach mitgetanzt und ist auch in diesem Jahr dabei. Für die Aktion gibt es ein eigenes Lied, mit einer eigenen Choreographie.

Viele NRW-Städte machen mit

In fast allen großen NRW-Städten sind Tanz-Aktionen geplant, zum Beispiel in Wuppertal, Dortmund, Duisburg, Münster und Bielefeld. Auf einer Online-Karte sind alle Orte, die mitmachen, verzeichnet.

Gewalt gegen Frauen ist nach wie vor ein großes Problem. In den 58 Frauenberatungsstellen in NRW bekommen die Beraterinnen täglich Anrufe von betroffenen Frauen. Die meisten Gewalttaten würden nicht von unbekannten Tätern verübt, sondern von Männern aus dem sozialen Umfeld.

Frauen werden oft vom Partner misshandelt

"Die meisten melden sich, weil sie Gewalt in ihrer Beziehung erleben", sagt Eva Inderfurth von der Frauenberatungsstelle in Düsseldorf. Die Betroffenen würden von ihren Partnern erniedrigt, unterdrückt, geschlagen oder vergewaltigt.

In den Frauenberatungsstellen berichten einige Frauen sogar, dass ihre Männer versucht haben, sie zu töten. "Verstärkt werden diese Drohungen ausgesprochen, wenn sich die Frau trennen will", erklärt Inderfurth.

Frauenhäuser oft überfüllt

Für bedrohte Frauen bleibt oft nur die Flucht in ein Frauenhaus. Landesweit gibt es zurzeit 64, die alle von der Landesregierung finanziell unterstützt werden.

Trotzdem sind die Häuser oft überfüllt. Dadurch kann nicht jede Betroffene schnell einen Platz finden. "Das kann dazu führen, dass Frauen entmutigt werden und in der Wohnung mit dem Gewalttäter bleiben", so Inderfurth.

Land will Frauenhäuser bis 2022 ausbauen

Die Landesregierung will die Plätze deshalb ausbauen. "Bis 2022 wollen wir die Schutzplätze für Frauen in Frauenhäusern um mindestens 50 erhöhen", teilt das NRW-Gleichstellungsministerium auf WDR-Nachfrage mit.

Vergewaltigt. Wir zeigen an! – Ein Jahr später die story 05.06.2019 43:56 Min. UT Verfügbar bis 04.06.2020 WDR Von Nicole Rosenbach

Stand: 14.02.2020, 06:00

Aktuelle TV-Sendungen