Hagia Sophia in Istanbul wird zur Moschee

Die Hagia Sophia in Istanbul, Türkei.

Hagia Sophia in Istanbul wird zur Moschee

Von Britta Kuck

  • Erdogan wollte Nutzung als Moschee
  • Gericht erklärt Umwandlung in Museum für ungültig
  • Ermahnung von Türkischer Gemeinde in NRW

Die Hagia Sophia in Istanbul kann wieder zur Moschee werden. Das entschied das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei am Freitag (10.07.2020). Das Gebäude aus dem sechsten Jahrhundert war ursprünglich eine byzantinische Kirche. Später wurde es zur Moschee und 1935 zum Museum. Diese Nutzung als Museum sei unrechtmäßig, urteilte nun das Gericht.

Erdogan hat Ziel erreicht

Im Juni hatte der türkische Präsident Erdogan angekündigt, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um aus der Hagia Sophia wieder eine Moschee zu machen. Kritik kommt aus aller Welt, vor allem von der Russisch-Orthodoxen und der Griechisch-Orthodoxen Kirche.

Mahnung von Türkischer Gemeinde in NRW

Deniz Günar von der Türkischen Gemeinde in NRW sagte dem WDR, die Entscheidung sei "okay". Allerdings müssten solche Maßnahmen für alle Religionsgemeinschaften in der Türkei gelten; es dürfe keine Religionsgemeinschaft bevorzugt behandelt werden.

Im vergangenen Jahr besuchten 3,7 Millionen Touristen die Hagia Sophia. Das Gebäude zählt zum Unseco-Weltkulturerbe. Die Unesco teilte mit, sie müsse den Status als Weltkulturerbe bei einer Umwidmung überprüfen, da das Bauwerk als Museum registriert sei.

Erstes Gebet in Hagia Sophia nach 85 Jahren

Das erste islamische Gebet nach 85 Jahren könnte nach Angaben türkischer Medien schon am kommenden Mittwoch (15.07.2020) stattfinden. Das ist der Jahrestag des gescheiterten Putschversuchs von 2016, als Teile des türkischen Militärs versuchten, Staatschef Erdogan und die Regierung zu stürzen.

Stand: 10.07.2020, 19:31

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