Extremhitze in NRW: Schwül ist das neue Heiß

Symbolbild: Frau trinkt aus einer Wasserflasche in der Sonne

Extremhitze in NRW: Schwül ist das neue Heiß

Seit Tagen ist es heiß in NRW - nun wird es dazu auch noch schwül. Daher besteht eine Hitzewarnung. Denn Schwitzen wird nun zur harten Arbeit.

Es ist eine Premiere für dieses Jahr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Dienstag vor einer extremen Hitze gewarnt. Ab 11 Uhr bis Mittwoch 19 Uhr soll der Westen sich in den Schatten zurückziehen.

Den Meteorologen geht es dabei weniger um die Temperaturen an sich - denn von einem neuen Hitzerekord gehen sie nicht aus. Ausschlaggebend für die Extremhitze-Warnung ist die Schwüle, die sie erwarten. Bei 36 Grad sind Schauer, Gewitter und Starkregen möglich.

Laut den WDR-Wetterexperten können sich ab Mittag erste Quellwolken entwickeln. Ab dem Nachmittag muss der Westen dann mit Gewittern rechnen. "Punktuell sind unwetterartige Ausmaße möglich", so die Meteorologen.

Erschöpfendes Schwitzen

"Die Luftfeuchtigkeit ist ein Problem", erklärt WDR-Wetterexperte Jürgen Vogt. "Je höher sie ist, desto mehr wird Schwitzen zur harten Arbeit. Das erschöpft."

Anders ist es, wenn die Luft so trocken wie in den vergangenen Tagen ist. Das belastet zwar auch - schwitzen können wir aber gut. "Denn auf unserer Haut verdunstet das Wasser dann - dadurch entsteht Kälte."

Life-Hacks gegen Hitze in der Wohnung

Was hilft gegen die Hitze? Wir haben coole Tipps für die Wohnung und das Büro gesammelt.

Spiegelfolie an Fenstern
Die Wärme erst gar nicht in die Wohnung zu lassen, ist sicherlich das wirksamste Mittel gegen zu hohe Temperaturen. Erste Wahl sind dabei Jalousien oder Fensterläden. Denn außen angebrachter Sonnenschutz reduziert die Sonneneinstrahlung in die Wohnung um 75 Prozent - innenliegender Schutz schafft nur 25 Prozent. Wer keine Jalousien oder Fensterläden hat, kann auch auf spezielle Sonnenschutzfolien oder sogar eine Rettungsdecke zurückgreifen, die die Sonnenstrahlen reflektieren.

Spiegelfolie an Fenstern
Die Wärme erst gar nicht in die Wohnung zu lassen, ist sicherlich das wirksamste Mittel gegen zu hohe Temperaturen. Erste Wahl sind dabei Jalousien oder Fensterläden. Denn außen angebrachter Sonnenschutz reduziert die Sonneneinstrahlung in die Wohnung um 75 Prozent - innenliegender Schutz schafft nur 25 Prozent. Wer keine Jalousien oder Fensterläden hat, kann auch auf spezielle Sonnenschutzfolien oder sogar eine Rettungsdecke zurückgreifen, die die Sonnenstrahlen reflektieren.

Vorsicht beim Lüften
Morgens die kühle Luft reinlasssen, alle Fenster auf, im besten Fall für Durchzug sorgen. Dann bis abends die Fenster und Türen geschlossen halten und Jalousien und Rollos runterlassen, alles abdunkeln. Erst wieder abends lüften, wenn sich die Luft abgekühlt hat.

Streichen Sie Ihre dunklen Zimmer weiß
Zugegeben ein radikaler Schritt - aber er soll dabei helfen, die Zimmertemperatur niedrig zu halten.

Kühler Raum dank Bettlaken
Nutzen Sie die Verdunstungskälte. Ein nasses Bettlaken vor einem geöffneten Fenster bringt etwas kältere Luft, weil die Luft, die einströmt, gekühlt wird. Ähnlich funktioniert es übrigens, wenn Sie ein nasses Laken vor einen Ventilator auf einen Wäscheständer hängen.

Kühlen ohne zu tropfen
Einen frischen Schwamm in Wasser tränken und das Wasser aufsaugen lassen. Anschließend ins Gefrierfach tun. Dient prima als Abkühlung, wenn´s richtig heiß wird. Der Vorteil ist, dass das aufgetaute Wasser nicht einfach so runterläuft, sondern vom Schwamm gehalten wird. Eine richtig praktische Sache!

Kühler Kopf durch kalte Füße
Ein richtig cooler Tipp für heiße Füße. Wer Einlegesohlen (unbenutzte) über Nacht in den Kühlschrank legt, hat tagsüber einen Frischekick und eine tolle Abkühlung für seine hitzegeplagten Füße. Die gekühlten Sohlen geben nach und nach wohltuende Kälte ab. Tipp: Benutzte Sohlen in eine Tüte packen.

Erfrischender Snack
Fruchtiger Geschmack mit Kühlung von Innen bieten Weintrauben, die man für einige Zeit in den Tiefkühler gelegt hat. Ist es nun Eis, ist es Obst? Irgendwie beides - und herrlich erfrischend und ziemlich lecker!

Turbo-Kühlung für Getränke
Wie kann man seine Getränke schnellstmöglich kühlen – sogar in wenigen Minuten? Geben Sie in einen Behälter Wasser, Eis und Salz zu ungefähr gleichen Gewichtsanteilen. Legen Sie dann Ihr Getränk zur Kühlung dazu. Nach 90 Sekunden sollte es schon deutlich abgekühlt sein. Warum? Das Auflösen des Salzes benötigt viel Energie. Der Gefrierpunkt sinkt umso tiefer, je mehr Teilchen in dem Eiswasser gelöst sind. Die Eiswürfel schmelzen, das Wasser wird immer kälter. Das Salz löst sich weiter auf, die Temperatur der Salzlösung sinkt weiter. Die Wärmenergie wird den Getränken entzogen, und diese werden eisgekühlt.

Wärmflasche als Kühl-Akku
Was sonst bei Kälte funktioniert, wird nun umfunktioniert. Legen Sie Ihre gefüllte Wärmflasche in den Kühlschrank. Abends dienst sie dann als Kühl-Akku für Beine, Füße, Bauch oder Nacken.

Missbrauchen Sie ihr Eisfach
Ihr Kühlschrank ist bei der Hitze der ideale Kleiderschrank. Schaffen Sie etwas Platz für Schuhe, T-Shirts oder sogar Ihre Unterwäsche, damit sie morgens nicht sofort zu schwitzen beginnen.

Arbeitswoche bleibt extrem

Ein schnelles Ende der heißen Tage ist nicht in Sicht: Laut den WDR-Wetterexperten bleibt es bis Freitag bei rund 36 Grad und schwül.

Für die Schulen in NRW wurden daher die Hitzefrei-Regelungen gelockert. Ab Mittwoch gilt für alle Schüler, dass der Unterricht von der Schulleitung abgesagt werden kann, wenn die Temperaturen in den Räumen auf mehr als 27 Grad steigen. Bislang waren Oberstufenschüler von der Regelung ausgenommen gewesen.

Auf Hitzefrei darf das Gros der Arbeitnehmer wohl kaum hoffen. Im schlimmsten Fall muss sogar noch ohne Klimaanlage gearbeitet werden - denn die Geräte stehen in dem Ruf, Corona-Virenschleudern zu sein. Dabei können professionell gewartete Anlagen mit Frischluftzufuhr das Infektionsrisiko sogar senken.

Kleine Abkühlung am Wochenende

Am Wochenende kühlt es dann etwas ab - auf 30 Grad. Wer schwer unter der Hitze leidet, dürfte sich schon auf die Nacht zu Sonntag freuen: "Sie wird kühler, bei Temperaturen unter 20 Grad", sagt Jürgen Vogt. "Die nächste Woche startet dann mit einer kleinen Extremhitze-Pause."

Der WDR-Wetterexperte empfiehlt, trotz der heißen Temperaturen tagsüber die Fenster zu öffnen. "Ein Durchzug kann auch bei 30 Grad und mehr etwas kühlen." Das sei besser, als in einer stickigen Wohnung zu sitzen.

Besonders sollten sich ältere Menschen vor der Hitze schützen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, stündlich ein Glas Wasser zu trinken - und nicht so lange zu warten, bis sich Durst einstellt.

Der DWD gibt Hitzewarnungen heraus, wenn eine starke Wärmebelastung für mindestens zwei Tage in Folge vorhergesagt wird und Wohnräume in der Nacht nicht auskühlen können. Vor einer starken Belastung wird gewarnt, wenn die "Gefühlte Temperatur" bei über 32 Grad liegt. Vor einer extremen, wenn sie 38 Grad übersteigt.

Stand: 11.08.2020, 12:42

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