NRW sucht Rettungsschwimmer

Ein leerer Rettungsschwimmer-Hochsitz im Kölner Naturbad Vingst

NRW sucht Rettungsschwimmer

Von Jörn Kießler

  • Schwimmbäder haben nicht genug Rettungsschwimmer
  • Viele Menschen haben das nötige Abzeichen
  • Saisonarbeit nicht attraktiv genug

Kaum haben die ersten Freibäder in NRW eröffnet, graut es vielen Betreibern schon vor dem Sommer. Der Grund: Es gibt zu wenige Rettungsschwimmer, die die Badeaufsicht in den Hallen- und Freibädern übernehmen. "Es besteht auf jeden Fall Bedarf", sagt Reinhard Nowak, NRW-Landesvorsitzender des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister.

Die Kommunen oder privaten Betreiber der Schwimmbäder sind verpflichtet, für die Sicherheit ihrer Gäste zu sorgen. "Wenn es nicht genügend Rettungsschwimmer gibt, die die Fachkräfte unterstützen, können die Bäder aus Sicherheitsgründen nur einen Teil des Badebereichs öffnen oder müssen im schlimmsten Fall geschlossen bleiben", erklärt Nowak.

DLRG bildet viele Rettungsschwimmer aus

Wie viele Rettungsschwimmer man bräuchte, um die rund 450 Bäder in NRW zu versorgen, kann Nowak nicht genau sagen. Das Problem besteht ohnehin nicht darin, dass es zu wenige ausgebildete Menschen gibt. "Bei uns machen sehr viele Personen ihr Deutsches Rettungsschwimmabzeichen Silber, das man braucht, um als Rettungsschwimmer zu arbeiten", sagt Michael Grohe vom DLRG-Landesverband Nordrhein.

Doch viele dieser Menschen machten es nicht, um danach in einem Schwimmbad zu arbeiten. "Das sind Polizisten, die es für ihre Ausbildung brauchen, Lehrer, Sportstudenten, aber auch Leute, die es einfach für sich selbst machen", erklärt Grohes Kollege Klaus Wagner vom DLRG-Landesverband Westfalen.

Schlechtes Gehalt

Das liege auch daran, dass der Job als Saisonkraft nicht mehr so attraktiv sei, meint Reinhard Nowak. "Das fängt damit an, dass viele Bäder oder Kommunen nur den Mindestlohn zahlen." Doch auch ein besseres Gehalt berge ein Risiko. "Dann besteht die Gefahr, dass die Kommunen sich gegenseitig die Rettungsschwimmer abwerben."

Auch, weil der Kreis für potentielle Bewerber durch die Umstellung vieler Studiengänge geschrumpft ist, wie Michael Grohe erklärt. "Früher konnte ein Student ein Urlaubssemester nehmen und hat dann eine Saison als Rettungsschwimmer gearbeitet." Heute hätten Studenten selbst in der vorlesungsfreien Zeit so viel zu tun, dass sie nicht im Freibad arbeiten könnten.

Grohe könnte sich aber vorstellen, dass der Job als Rettungsschwimmer attraktiver werde, wenn sich die Zeit für eine mögliche Berufsausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe anrechnen ließe. "Jemand, der während der Saison Gefallen daran gefunden hat, könnte so animiert werden, es hauptberuflich zu machen."

Ausbildung zum Rettungsschwimmer Lokalzeit Südwestfalen 13.03.2019 06:06 Min. Verfügbar bis 13.03.2020 WDR Von Denis Stephan

Stand: 18.04.2019, 06:00

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