Diesel-Paket: Kritik aus den NRW-Kommunen

Diesel-Paket: Kritik aus den NRW-Kommunen

  • Bundesregierung einigt sich auf Diesel-Hilfe
  • NRW-Umweltministerin begrüßt Maßnahmen
  • Kritik kommt von NRW-Kommunen
Kommentare (13)

Hier geht es zur Diskussion über mögliche Diesel-Hilfen

Die Bundesregierung hat sich auf ein Maßnahmen-Paket geeinigt, das Umtauschprämien und Motor-Nachrüstungen für Besitzer älterer Diesel-Fahrzeuge vorsieht. Für Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) ist das ein "wichtiger Schritt für saubere Luft", sagte sie am Dienstag (02.10.2018).

Ein "Bürokratiemonster"?

Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) reagierte kritisch auf das Konzept. Die Vorschläge könnten sich als "Bürokratiemonster" entpuppen, erklärte er.

Es sei problematisch, dass die Maßnahmen bislang nur für 14 Städte bundesweit vorgesehen seien. "Das Ballungszentrum Ruhrgebiet mit einer einheitlichen Umweltzone bleibt außen vor", sagte er, obwohl auch hier gerichtlich verfügte Fahrverbote nicht ausgeschlossen seien.

Aachens OB: "Nur ein kleiner Baustein"

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) geht das Konzept nicht weit genug: "Nachrüstungen und Kaufprämien sind nur ein kleiner Baustein, sie lösen aber nicht das Grundproblem." Für eine wirkliche Verkehrswende müsste seiner Meinung nach der öffentliche Nahverkehr in den Städten deutlich stärker gefördert werden.

Handwerk kritisiert Diesel-Kompromiss

Die Kreishandwerkerschaft in Dortmund und Lünen befürchtet Nachteile für die Wirtschaft im Ruhrgebiet. Es sei wettbewerbsverzerrend, dass nicht in allen Städten die Umrüstung der Fahrzeuge übernommen wird. Auch die Dortmunder Innung des Deutschen Kraftfahrzeugsgewerbes spricht von einem "Flickenteppich der städtischen Lösungen". Damit würden die Gegebenheiten wie fließende Stadtgrenzen im Ruhrgebiet verkannt.

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Stand: 02.10.2018, 11:40

Kommentare zum Thema

13 Kommentare

  • 13 Drehbeinsurfer 04.10.2018, 17:03 Uhr

    Hallo, wir hatten uns ein gebrauchtes Wohnmobil vom Munde abgespart, jetzt ist es 19 Jahre alt, Euro 2. Wir haben es gepflegt und wollten damit in Rente gehen, d.h., es soll uns noch 10 Jahre begleiten. Vor 4 Jahren haben wir einen Partikelfilter auf eigene Kosten (2200€) einbauen lassen, um die grüne Plakette zu erhalten. Ein neues WoMo können wir uns nicht leisten, soll heißen, wir müssen Euro6 Zonen meiden, wenn es sie gibt. Zum Glück wohnen wir auf dem Land. Großstädte können wir umfahren. Was ist mit den Wohnmobilisten in der Stadt? Somit sind wir wieder mal gezwungen, eine Einschränkung in Kauf zu nehmen.

  • 12 Frank Brüning 04.10.2018, 07:03 Uhr

    Hallo - dank Golfsburg existiert die Problematik. Was passiert mit allen gewerblichen Fahrzeugen welche den größten Anteil der mobilen Verschmutzung bilden? Ist alleinig der kleine Endverbraucher betroffen, wird man Diesel bis Euro 3 stillegen, auch Rheinbraun ? .......

  • 11 hoe'oe 04.10.2018, 06:48 Uhr

    Diejenigen, die dort wohnen, wo es einen gut ausgebauten ÖPNV gibt, bekommen einen subventionierten Dieselupgrade. Die, die dort wohnen, wo man unbedingt ein Auto benötigt, weil es keinen ÖPNV gibt, gehen leer aus, und dürfen dann vermutlich auch nicht mehr in die Stinkestädte fahren. Womöglich dürfen sie mit ihren Steuern auch noch die Auserwählten mitfinanzieren. Toll ausgeklügelt. Politiker, die sich sowas ausdenken, sollten besser zurücktreten.

  • 10 Ede Fault 03.10.2018, 17:39 Uhr

    Diese unsägliche Rumeierei der Politik dient doch nur einem Ziel: Zeit schinden, bis am Jahresende die Verjährung eintritt. Betroffene Dieselfahrer, die sich bis dahin keiner Klagegemeinschaft angeschlossen haben, müssen versuchen, diese wunderbaren Quatsch-"Prämien" zu ergattern. Viel Glück. Alle anderen bekommen den Umbau voll bezahlt, wenn ihre Klage durch ist, und die Aussichten sind nicht schlecht. Die Technik funktioniert schließlich in den USA seit langer Zeit - in den gleichen Autos. -> Frontal 21 vom 2. Oktober. Wermutstropfen: Man muss den Umbau wohl erst mal vorfinanzieren.

  • 9 Rasch 03.10.2018, 15:43 Uhr

    Gesetze, Verbraucherschutz, alles voll egal.. .... Wer betrügt, der haftet, d.h. Regierung schummelt in Brüssel, Autoindustrie zu Hause. Frage: Wo bleibt das Recht des Bürgers? .... Da wird wohl "Sammelklage-System " nötig, damit das "Loby-System" zur Kasse gebeten wird. ... HOFFE AUF GUTE ANWÄLTE

  • 8 Wolli 03.10.2018, 10:30 Uhr

    Wie wird denn der Wertverlust für Leute ausgeglichen , die einen Schummeldiesel besitzen und diesen los werden wollen, ohne dass sie sich ein neues Auto kaufen? Das wäre doch die umweltfreundlichste Lösung, aber daran hat wohl wieder einmal niemand gedacht.

  • 7 Bodi 03.10.2018, 09:01 Uhr

    Die PolitikerInnen haben einmal mehr bewiesen, daß Verbraucherschutz Ihnen ein Fremdwort ist. Sie sorgen sich mehr um Ihre berufliche Zukunft in der Industrie für die Zeit nach Ihrer politischen Karriere. Es leben die Lobbyisten.

  • 6 Andreas 03.10.2018, 00:19 Uhr

    Nun, wer wird von der GroKo mehr erwartet haben. Der Verkehrsminister ist von der CSU, in Bayern sitzen die Headquarters von zwei großen Automobilherstellern und die anderen Parteien in der Regierung sind auch Industrienah. Man sollte alle Diesel der Euroklasse 4 und 5 mit Hardware auf Kosten der Hersteller auf den neusten Stand bringen oder dem Kunden die Rückabwicklung zugestehen.

  • 5 Dieter 02.10.2018, 22:16 Uhr

    Umtauschprämien super, aber woher sollen die Menschen das Geld für ein neues Auto nehmen??? Das kann wieder alles nur unseren Politikern einfallen, nichts halbes nicht ganzes, nichts verpflichtendes. Anstatt mal Grundsätzliches zu entscheiden, wie verfahren wird, ohne das der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird, das schaffen unsere feigen Volksvertreter nicht

    Antworten (1)
    • Pinocchio 02.10.2018, 23:50 Uhr

      Das Geld könnten die Mensche z.B. vom Konto nehmen, wenn sie u.a. auf das immer neueste Handy oder unschöne Tatoos verzichten und stattdessen einfach mal für solche Fälle sparen.

  • 4 David 02.10.2018, 21:54 Uhr

    Also Umtauschprämie ist ja quasi ein Abofallenmodell. Man wird gezwungen, beim selben Hersteller immer weitere Autos zu kaufen (denn das Lügen und Betrügen geht ja lustig weiter, warum auch nicht?), sonst wird man zwangsenteignet, indem das Auto stillgelegt wird. Wenn ich von VW betrogen wurde, habe ich ja nicht die Option, das nicht mehr fahrbare Auto bei Renault in Zahlung zu geben.

  • 3 Kreuels Melanie 02.10.2018, 21:30 Uhr

    Sollen wir mal ehrlich sein: der „kleine“ Mann mit seinem 5 Käthe alten oder noch älteren Fahrzeug bleibt auf der Strecke, der kriegt nix. Wie immer: die kleine hängt man kann ne die großen lässt man laufen.

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