Aufklärungskampagne für impfmüde Regionen

Ein junges Mädchen erhält ihre zweite Impfung gegen Masern

Aufklärungskampagne für impfmüde Regionen

  • NRW reagiert auf große Masernausbrüche
  • Werbekampagne an Orten mit niedriger Impfquote
  • Alle Fraktionen nahmen CDU/FDP-Antrag an

Angesichts der großen Masernausbrüche 2017 in NRW will die Landesregierung gezielt für mehr Impfungen werben. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kündigte am Mittwoch (16.05.2018) im Landtag lokale Aufklärungskampagnen in Gebieten und Städten mit zu niedrigen Impfquoten an. Alle Parteien unterstützen die Initiative. Geworben werden soll vor allem in Kitas und Arztpraxen.

Bei Röteln und Masern verfehlt NRW knapp die international empfohlenen Impfquoten, bei Diphterie, Keuchhusten und Tetanus werden sogar "erhebliche Impflücken" festgestellt. Die FDP fordert als einzige Partei eine allgemeine Impf-Pflicht. Die FDP-Landtagsabgeordnete Susanne Schneider sagte: Nur so könne man "Impfschmarotzern" beikommen. Das seien Eltern, die aus ideologischen Gründen ihre Kinder nicht impfen, weil sie sich darauf verlassen, dass alle anderen Kinder geimpft sind.

520 Masernfälle in NRW

2017 waren nach Angaben des Landeszentrums Gesundheit 520 Masernfälle in NRW registriert worden - mehr als die Hälfte der bundesweiten Erkrankungen. Allein Duisburg zählte 2017 mehr als 330 Fälle. Von Februar bis April dieses Jahres wurden in Duisburg nach offiziellen Angaben erneut bereits mehr als 30 Fälle registriert.

Impfquote wurde verfehlt

Die Masern-Infektion schwächt das Immunsystem und kann in sehr seltenen Fällen tödlich enden. Gefährlich sind Masern vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern.

Impflücken bei Jugendlichen und Erwachsenen gibt es auch bei Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus. Viele Menschen frischen ihren Impfstatus im Erwachsenenalter nicht auf.

Lieber geimpft als krank

WDR 5 Leonardo Top Themen | 24.04.2018 | 07:58 Min.

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Stand: 16.05.2018, 14:38

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