Jugendamt

Mehr unbegleitete Minderjährige unter Schutz des Jugendamts

Stand: 11.07.2022, 11:20 Uhr

Die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr etwa so viele Kinder und Jugendliche in Obhut genommen wie 2020.

Die Zahl der Schutzmaßnahmen sank geringfügig um 0,9 Prozent auf 12.193, wie das Statistische Landesamt (IT.NRW) am Montag in Düsseldorf erklärte.

Deutlich mehr Inobhutnahmen gab es jedoch aufgrund von unbegleiteten Einreisen Minderjähriger aus dem Ausland.

Überforderung der Eltern häufigster Aufnahmegrund

Der häufigste Grund für die Schutzmaßnahmen war den Statistikern zufolge 2021 die Überforderung eines oder beider Elternteile (4.324 Fälle). Bei 1.614 Kindern oder Jugendlichen habe es Anzeichen von Vernachlässigung gegeben.

Die Zahl der Inobhutnahmen wegen unbegleiteter Einreisen Minderjähriger stieg gegenüber dem Vorjahr um 38,6 Prozent auf 2.490 Fälle an. Den Höchstwert bei solchen Schutzmaßnahmen hatte es den Angaben zufolge 2016 mit 11.448 Fällen gegeben. Bei der Meldung einer Schutzmaßnahme können auch mehrere Anlässe ausschlaggebend sein.

Viele Schutzmaßnahmen auf Wunsch der Kinder

Von den insgesamt 12.193 Schutzmaßnahmen wurde laut Landesamt knapp jede Fünfte (18,4 Prozent) auf eigenen Wunsch der Kinder und Jugendlichen umgesetzt. In mehr als der Hälfte aller Fälle sei die Anregung von sozialen Diensten oder Jugendämtern gekommen. Bei über 13 Prozent der Inobhutnahmen hätten Polizei oder Ordnungsbehörden auf eine Problemsituation aufmerksam gemacht. In insgesamt 9.951 Fällen habe tatsächlich eine Gefährdung vorgelegen, ergibt die Statistik.

Mit knapp 77 Prozent wurde der Großteil der Minderjährigen den Angaben zufolge während der Schutzmaßnahme in einer Einrichtung untergebracht. 16 Prozent lebten bei einer geeigneten Person und sieben Prozent in einer sonstigen betreuten Wohnform.

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