Schock-Werner: Wiederaufbau Notre Dame braucht Jahrzehnte

Beschädigte Kathedral Notre Dame in Paris, Zustand am 26.12.2019

Schock-Werner: Wiederaufbau Notre Dame braucht Jahrzehnte

  • Millionen Spendengelder nach Brand der Pariser Notre Dame
  • Wiederaufbau kann noch Jahrzehnte dauern
  • WDR-Interview mit Kölner Ex-Dombaumeisterin Schock-Werner

Als im Frühjahr das Dach der berühmten Pariser Notre Dame in Flammen stand, hielten weltweit viele Menschen den Atem an. Rund 922 Millionen Euro Spenden wurden seitdem aus aller Welt für den Wiederaufbau zugesagt. Koordiniert wird die Hilfe von der ehemaligen Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner.

Bis Notre-Dame wieder ganz hergerichtet ist, würden Jahrzehnte vergehen, schätzt die Kunsthistorikerin. Zwar beschränkte sich der Brand im Wesentlichen auf den Dachstuhl, der jetzt drei riesige Löcher hat. "Doch der Schaden ist gewaltig", sagte Schock-Werner im WDR Morgenecho am Samstag (28.12.2019): Durch brennende Teile, die in den Innenraum hinab fielen, sei auch hier vieles durch Ruß beschädigt.

Notre Dame: Der Weg zum Wiederaufbau

WDR 5 Morgenecho - Interview 28.12.2019 06:10 Min. Verfügbar bis 27.12.2020 WDR 5

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Immer noch fielen Steine aus den Gewölben, auf den Mauern lägen tonnenschwere verbrannte Balken. "Zum Glück für die Kathedrale" habe Paris seit dem Brand keinen starken Sturm erlebt - aber dass weitere Gewölbeteile noch einstürzen könnten, sei nicht auszuschließen.

Dreckiges Löschwasser aus dem Fluss

Ein weiteres Problem: Zum Löschen pumpte die Pariser Feuerwehr viele Hektoliter Wasser aus der nicht sehr sauberen Seine, die direkt an der Kirche vorbeifließt. "Der ganze Dreck aus der Seine sitzt jetzt im Mauerwerk", und noch sei unklar, welche Auswirkungen das habe.

Ohnehin gehe man davon aus, dass es zehn Jahre dauern wird, bis das alte Gemäuer wieder ganz trocken ist. "Und da die Politik mitmischt, ist es nicht immer einfach, sachliche Entscheidungen zu treffen", räumt Schock-Werner ein. Die französischen Kollegen bräuchten da schon ab und zu "moralische Unterstützung".

Dank Spenden genug Geld vorhanden

Im WDR-Gespräch äußerte sich die Kunsthistorikerin dennoch optimistisch, dass die berühmte Kathedrale eines Tages wieder so da steht, wie sie einmal war: "Der französische Kollege macht seine Aufgabe sehr gut."

Und Geld sei ja dank der vielen enormen Spenden glücklicherweise kein Problem. 500 Millionen Euro würden voraussichtlich gebraucht. Zwar hätten die spendenbereiten Firmen noch keines überwiesen, aber zugesagt, zu zahlen, wenn Geld gebraucht wird.

Stand: 28.12.2019, 10:30

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