Hilfsorganisationen suchen dringend Notfallsanitäter

Notfallsanitäter vor Einsatzwagen.

Hilfsorganisationen suchen dringend Notfallsanitäter

  • DRK warnt vor einem Fachkräftemangel
  • Streit um Ausbildungs-Finanzierung
  • Übergangsfrist zur Ausbildung läuft ab

Hilfsorganisationen warnen vor einem Fachkräftemangel im Rettungsdienst. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), Johanniter und Feuerwehr suchen händeringend Notfallsanitäter. Laut DRK meldeten sich auf ausgeschriebene Stellen kaum Bewerber. Auch gebe es zu wenig Ausbilder.

Träger gehen in Vorleistung

Das Problem: Weil die Finanzierung zur Ausbildung nicht gesichert sei, würden die Träger in Vorleistung treten und damit ins Defizit kommen. "Es werden dadurch auch weniger Leute ausgebildet, als eigentlich benötigt werden", so Stefanie Kutscher, Sprecherin des DRK-Landesverbandes Nordrhein am Montag (28.01.2019) gegenüber dem WDR.

Streit um Finanzierung

Zwar sehen die gesetzlichen Regelungen vor, dass die Krankenkassen die Kosten für die Notfallsanitäter-Ausbildung übernehmen müssen. Doch diese wehren sich dagegen. "Es kann nicht sein, dass die Krankenkassen die Notfallsanitäter-Ausbildung zu 100 Prozent finanzieren sollen", sagte eine Sprecherin des Verbands der Ersatzkassen (VdEK).

Prüfungsfrist läuft ab

Die Zeit drängt allerdings. Rettungsassistenten können nur noch bis Ende 2020 eine Ergänzungsprüfung zum Notfallsanitäter ablegen - nach Ablauf dieser Frist müssten sie eine komplette dreijährige Ausbildung durchlaufen.

Verunsicherte Hilfsdienste

Symbolbild: Mit Blaulicht fahrender Rettungswagen

Rettungskräfte häufig am Limit

Als Folge der Unstimmigkeiten gebe es bei den Kommunen nun einen Flickenteppich, sagt Jörg Schmidt, Landesvorsitzender des Arbeitskreis Rettungsdienste der Berufsfeuerwehren: Während einige Kommunen - etwa Köln - bei der Finanzierung der Ausbildung in Vorleistung getreten seien, warteten andere erst mal weiter ab.

Petition mit 11.000 Unterschriften

Eine unsichere Situation für die Hilfsdienste. Ein Mitarbeiter der Johanniter übergab Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Dezember 2018 eine Petition mit 11.000 Unterschriften und der Bitte, nochmals auf die Kassen zuzugehen.

Nach Angaben des Vereins ist NRW das einzige Bundesland, in dem die Finanzierung der gesetzlich vorgeschriebenen Aus- und Fortbildung zum Notfallsanitäter noch nicht gesichert ist. In allen übrigen 15 Bundesländern übernähmen die Kassen die Ausbildungskosten, heißt es in einer Mitteilung der Johanniter.

Stand: 28.01.2019, 08:57

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