Niederlande und Spanien sind jetzt Hochinzidenzgebiete

Niederlande und Spanien sind jetzt Hochinzidenzgebiete

Wegen stark steigender Corona-Zahlen hat die Bundesregierung Spanien und die Niederlande als Hochinzidenzgebiete eingestuft. Das hat Folgen für ungeimpfte Urlauber.

Spanien und die Niederlande werden am kommenden Dienstag zu Corona-Hochinzidenzgebieten hochgestuft. Das teilte das Robert Koch-Institut mit. 

Für ungeimpfte Urlauber bedeutet das: Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne. Diese kann dann aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzt werden. Diese Regelung gilt auch für Kinder. Wer allerdings schon mal an Corona erkrankt war oder wer geimpft ist, braucht sich nicht an diese Regel halten.

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Fällt der Urlaub jetzt aus?

Reiseveranstalter kündigen die Möglichkeit von Umbuchungen an. Pauschalurlauber, die aktuell in Spanien sind, werden dem Deutschen Reiseverband (DRV) zufolge von ihrem Veranstalter über die geänderte Situation informiert. Sollten Reisende vorzeitig ihren Urlaub beenden wollen, kümmerten sich die Veranstalter um eine Flugumbuchung. "Eine vorzeitige Rückreise ist jedoch nicht zwingend erforderlich", betonte der Verband.

Urlauber, die in den nächsten Tagen eine Reise nach Spanien geplant haben, würden von den Veranstaltern sukzessive kontaktiert.

Tourismusbranche kritisiert Entscheidung

Laut dem DRV mache die Entscheidung mitten in der Ferienzeit "zahlreichen Reisenden und insbesondere vielen Familien mit Kindern die Urlaubspläne zunichte", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Die Präsidentin des Verbandes der Hoteldirektoren auf den Balearen (AEDH), Alicia Reina, sieht die Tourismusbranche und auch die Urlauber auf einer Achterbahnfahrt. Die Unternehmen würden sich ständig schnell auf neue Situationen und Entscheidungen einstellen müssen, während die Politik Maßnahmen zum Schutz gegen höhere Infektionszahlen oft zu langsam ergreife.

Inzidenzen weit über 200 in Spanien und Niederlanden

In Spanien stieg die Sieben-Tage-Inzidenz gestern nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid auf 333. Für die Balearen mit Mallorca als liebste Ferieninsel der Deutschen wurde der Wert mit 365 angegeben. Damit liegen Spanien insgesamt und auch 16 seiner 17 Regionen über dem Wert von 200 - ab dann kann Deutschland ein Land oder eine Region zum Hochinzidenzgebiet erklären.

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Die Niederlande waren am vergangenen Sonntag als erstes der neun Nachbarländer Deutschlands wieder ganz als Risikogebiet eingestuft worden. Seit Anfang Juli waren dort die Infektionszahlen um 500 Prozent innerhalb einer Woche gestiegen. Höhepunkt war eine Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 415 am Dienstag.

Weitere Länder Risikogebiete

Als einfache Risikogebiete gelten laut Mitteilung des RKI ab Sonntag Dänemark - mit Ausnahme von Grönland - und Teile Frankreichs. Betroffen sind die Regionen Korsika, Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d'Azur und das Übersee-Département Martinique. Auch Irland, Malta und Monaco wurden als Risikogebiete eingestuft.

Rückkehrer aus einfachen Risikogebieten müssen die digitale Einreiseanmeldung vornehmen. Zudem bringt die Einstufung als Risikogebiet zwar grundsätzlich eine Quarantänepflicht mit sich. Diese kann aber durch ein negatives Testergebnis beziehungsweise einen Genesenen- oder Impfnachweis vermieden werden.

Als Risikogebiete werden Länder und Regionen eingestuft, in denen die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen über 50 liegen. Bei einer Inzidenz über 200 folgt die Einstufung als Hochinzidenzgebiet.

Stand: 23.07.2021, 18:34

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