Unfallatlas zeigt gefährliche Straßen in NRW

Ein Warndreieck steht an einer Unfallstelle zwischen Fahrrad und LKW

Unfallatlas zeigt gefährliche Straßen in NRW

  • Neuer digitaler Unfallatlas für NRW
  • Atlas weist gefährliche Straßenabschnitte aus
  • 2019 gab es mehr als 600.000 Unfälle in NRW
  • Spitzenreiter sind Köln und Düsseldorf

61.471 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, 618.136 Unfälle mit Sachschaden - so lautet die Bilanz für das Jahr 2019 in NRW. Die Daten wurden nun erstmals in die interaktive Deutschlandkarte der Statistischen Ämter übertragen. Herausgekommen ist ein digitaler Atlas zu gefährlichen Straßenabschnitten und Kreuzungen.

Am Dienstag (28.07.2020) stellte das Statistische Landesamt IT.NRW den Unfallatlas vor. Nutzer können sich nun auf dem Computer oder dem Smartphone genau anzeigen lassen, an welchen Orten es im Land besonders oft gekracht hat und welche Art Fahrzeug beteiligt war, beispielsweise Fahrräder.

Köln liegt weit vorn

Die Stadt mit den meisten Unfällen ist Köln. Dort hat es 2019 NRW-weit am häufigsten gekracht: 6090 Mal. Bei 5050 Unfällen sind Menschen verletzt worden. Besonders gefährlich sind der Bereich um die Zoobrücke und die Kreuzung Aachener Straße/Universitätsstraße.

Schaut man auf das Verhältnis zur Einwohnerzahl, führt Borgholzhausen im Kreis Güsterloh mit sieben Unfällen pro 1000 Einwohner die neue Unfallstatistik an. Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten in NRW 2019 leicht um zwei Prozent zurückgegangen.

Radfahrer werden oft übersehen

Für Radfahrer gehört beispielsweise der Oberbilker Markt in Düsseldorf zu den besonders gefährlichen Bereichen. Erst am Montag (27.07.2020) ist dort ein 53 Jahre alter Radfahrer ums Leben gekommen. Er wollte abbiegen und wurde dabei von einem LKW übersehen und erfasst.

Die gefährlichsten Ecken sind laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Kreuzungen und Einmündungen, die schlecht einsehbar sind. Lerke Tyrer vom ADFC in Düsseldorf fordert deshalb: "Es muss mehr Geld in die Infrastruktur gesteckt werden. Wo immer es geht, brauchen wir getrennte Radwege. Das bringt auch Leute aufs Fahrrad, die sich sonst nicht trauen."

Stand: 29.07.2020, 19:36

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