Handy-App soll Fahren im NRW-Nahverkehr einfacher machen

Eine Frau sitzt in der leeren Straßenbahn und schaut auf ihr Smartphone.

Handy-App soll Fahren im NRW-Nahverkehr einfacher machen

Von Udo Bühlmann

Bahn- und Busfahren im Westen soll einfacher werden: Im neuen Handy-Tarif "eezy.nrw" werden alle Tarife für den NRW-Nahverkehr gebündelt.

Wer sich ab sofort im Nahverkehr NRW bewegt, braucht sich für einen Fahrschein nicht mehr länger durch Tarifzonen, Preisstufen und Verbundgrenzen zu kämpfen. Fahrgäste benötigen nur noch ein Smartphone mit "eezy.nrw"-tauglicher App, denn die errechnet Fahrtkosten und erstellt einen QR-Code als gültige Fahrkarte.

Das Angebot ist bundesweit einzigartig, so NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen e-Tarifs in Köln. "eezy.nrw" soll die Nutzung des Nahverkehrs so einfach machen, damit im bevölkerungsreichsten Bundesland immer mehr Menschen vom Auto in Busse und Bahnen umsteigen. 

Ticket und Abrechnung digital

Mit dem Check-In-Button der App beginnt die Fahrt. Mitreisende und das mitgeführte Fahrrad werden ggf. vor dem Einchecken digital angemeldet. Um die Kosten schon vor Fahrtantritt zu ermitteln, ist in "eezy.nrw" ein Preisrechner enthalten.

Beim Ausstieg am Zielort tippt man auf Check-Out, um die Kostenabrechnung einzuleiten. Die App erkennt die Entfernung per GPS-Signal und berechnet so den Preis. Zusätzlich zu einem Grundpreis von 1,60 Euro wird die Strecke anhand der Luftlinie abgerechnet.

Abgebucht wird per Lastschrift oder über eine Kreditkarte. Fahrgäste können also ihre Fahrt beginnen, ohne sich vorher über Tarifgebiete, Fahrdauer- oder Zeitpunkt, besondere Angebote und Verbundgrenzen zu informieren. Auch wird kein Bargeld mehr benötigt.

Preis-Obergrenze als Anreiz

Maximal werden innerhalb von 24 Stunden 30 Euro fällig - auch bei Fahrten kreuz und quer durch das Land NRW. Wer sich nur innerhalb seines Verkehrsverbundes bewegt, zahlt maximal 25 Euro: In "eezy.nrw" ist eine Preisobergrenze eingebaut. 

Karte NRW-Verkehrsverbünde

Übersichtskarte aller NRW-Verkehrsverbünde

So sollen vor allem Menschen erreicht werden, die Nahverkehrsangebote selten nutzen oder bisher gar nicht angenommen haben. Alle anderen Fahrkarten für Dauernutzer wie Schüler-, Semester, Monats- und Jobtickets gibt es neben "eezy.nrw" auch weiterhin.

Angebot bald auch in Apps aller Verkehrsverbünde

Beteiligt an dem Projekt sind neben dem NRW-Verkehrsministerium der Aachener Verkehrsverbund, AVV, die Verkehrsverbünde Rhein-Sieg und Rhein Ruhr, VRS und VRR. Auch der Nahverkehr Westfalen-Lippe, NWL und die "Westfalentarif GmbH" machen bei dem Projekt mit. Über die App mobil.nrw sind alle Regionen bereits beteiligt. In die Apps einzelner Verkehrsverbünde wird "eezy.nrw" nach und nach bis spätesten Anfang 2022 integriert.

Mit "eezy.nrw" wird eine Forderung von Fahrgastvertretungen erfüllt. Sie verlangen schon lange einen Nahverkehrstarif, der keine besonderen Informationen über Verbundgrenzen und Preisstufen voraussetzt.  

Stand: 01.12.2021, 12:40

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