Höhere Strompreise ab 2020 erwartet

Windenergieanlagen bei Sonnenuntergang

Höhere Strompreise ab 2020 erwartet

  • Ökostrom-Umlage steigt auf 6,756 Cent/kWh
  • Anstieg um 5,5 Prozent
  • Durch Anbieterwechsel können Kunden sparen

Verbraucher müssen im kommenden Jahr mit höheren Strompreisen rechnen: Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) steigt 2020 auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde.

Damit ist die EEG-Umlage 5,5 Prozent höher als in diesem Jahr, wie die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW am Dienstag (15.10.2019) mitteilten.

Was genau ist die EEG-Umlage?

Mit der EEG-Umlage, die seit dem Jahr 2000 erhoben wird, wird der Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gefördert. Darunter fällt Strom aus Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft und Biogas.

Die EEG-Umlage garantiert den Betreibern der Anlagen für jede eingespeiste Kilowattstunde über einen Zeitraum von mehreren Jahren eine festgelegte Vergütung. Streng genommen sind es die Übertragungsnetzbetreiber, die die Höhe der Umlage berechnen. Also Amprion, Tennet, 50Herz und TransnetBW. Die Bundesnetzagentur prüft die Berechnung.

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Wer zahlt die EEG-Umlage?

Die EEG-Umlage müssen alle Privathaushalte und auch Unternehmen zahlen. Allerdings können sich energieintensive Unternehmen teilweise befreien lassen. Vor allem Verbraucherschützer kritisieren die Ausnahmen für die Industrie. Die jedoch verweist auf den, im Vergleich zu anderen Ländern, hohen Strompreis in Deutschland und argumentiert mit Wettbewerbsnachteilen.

Wie hoch ist die EEG-Umlage 2019?

Die EEG-Umlage war zuletzt zwei Jahre in Folge leicht gesunken und liegt für 2019 bei 6,4 Cent pro Kilowattstunde. Ein Durchschnittshaushalt mit drei Personen zahlt netto etwa 256 Euro im Jahr für die EEG-Umlage.

Die Denkfabrik Agora Energiewende geht davon aus, dass der Strompreis für Haushalte im nächsten Jahr um 1,5 Cent pro Kilowattstunde steigen könnte. Nicht nur weil die EEG-Umlage 2020 leicht steigt, sondern auch die Strombörsenpreise. 

Warum steigt die EEG-Umlage?

Vor allem weil derzeit noch Windanlagen auf See in Betrieb gehen, die noch nach den alten, relativ hohen Vergütungssätzen gefördert werden, schreibt die Bundesnetzagentur. Ein weiterer Grund ist, dass die Überschüsse auf dem EEG-Umlage-Konto abgeschmolzen sind.

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Der Bundesverband der Energiewirtschaft rechnet für 2019 mit einem durchschnittlichen Strompreis für Haushalte von rund 30 Cent pro Kilowattstunde. Davon entfallen etwa 53 Prozent auf Steuern, Abgaben und Umlagen. 24 Prozent betragen die sogenannten Netzentgelte. 23 Prozent machen die Beschaffungskosten aus.

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Was plant die Politik?

Nach den Plänen der Bundesregierung soll im Jahr 2021 auf Sprit, Heizöl und Gas ein CO2-Preis in Höhe von zehn Euro pro Tonne eingeführt werden, der bis 2025 auf 35 Euro ansteigen soll. Als Kompensation sollen Verbraucher über eine Kürzung der EEG-Umlage beim Strompreis geringfügig entlastet werden

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Stand: 15.10.2019, 17:19

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