RWE ist "Umwelt-Dinosaurier" des Jahres

RWE ist "Umwelt-Dinosaurier" des Jahres

  • Naturschutzbund verleiht "Dinosaurier des Jahres"
  • Negativ-Preis an RWE-Chef Rolf Martin Schmitz
  • RWE erhält damit zum dritten Mal den Nabu-Anti-Umweltpreis

Diesen Preis - aus Zinn und 2,6 Kilogramm schwer - will niemand haben. Jetzt kann sich der RWE-Vorstandsvorsitzende Rolf Martin Schmitz den silbernen Dino in den Schrank stellen. Der Naturschutzbund (Nabu) verlieh ihm am Freitag (28.12.2018) den Preis "Dinosaurier des Jahres 2018" für sein Vorgehen im Hambacher Forst und in der Kohlekommission.

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz

RWE erhält damit zum dritten Mal den Nabu-Anti-Umweltpreis - das hat es vorher noch nicht gegeben. "Es ist meiner Ansicht nach das strategisch am schlechtesten aufgestellte Unternehmen im Bereich Klimaschutz", sagte Nabu-Präsident Olaf Tschimpe im ARD-Morgenmagazin über den Konzern. "Wie kann man so lange auf die fossile Wirtschaft setzen?" Und das, obwohl 1992 die Klimakonvention beschlossen worden sei.

Schmitz findet Auszeichnung "sehr verwunderlich"

RWE-Chef Schmitz wies die Vorwürfe in einem Brief an Tschimpke zurück. Die Begründung für den Negativ-Preis sei "sehr verwunderlich", heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. RWE habe Umweltverbänden einen freiwilligen Rodungsverzicht bis Mitte Dezember vorgeschlagen. Dies sei von den Verbänden ebenso abgelehnt worden wie ein gemeinsamer Appell gegen Gewalt. Der Nabu habe offenbar übersehen, dass RWE den Schwenk Richtung saubere Technologie längst vorgenommen habe.

Rückschrittliches Engagement

Der Umweltverband vergibt den Preis bereits seit 1993 an Persönlichkeiten, die sich aus Sicht des Verbandes durch besonders rückschrittliches öffentliches Engagement in Sachen Natur- und Umweltschutz hervorgetan haben.

Im letzten Jahr hatte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes Joachim Rukwied den "Umwelt-Dinosaurier 2017" erhalten, weil er nach Ansicht der Naturschützer die Verantwortung der Landwirtschaft für das Artensterben abgestritten und ein Subventionssystem zulasten der Natur verteidigt hatte. 2016 ging der Negativ-Preis an den Bayer-Konzern - für die geplante Übernahme des Chemie-Konzerns Monsanto.

Stand: 28.12.2018, 20:42

Kommentare zum Thema

11 Kommentare

  • 11 Lothar Pues 30.12.2018, 04:03 Uhr

    Der Naturschutzbund NABU verleiht einen Schmähpreis an den Chef eines Energieversorgers. Ich frage mich, was solch ein Quatsch soll. Warum kann eine Organisation einen Schmähpreis vergeben. Warum kehren die Verantwortlichen der NABU nicht zunächst vor ihrer eigenen Haustüre? Ich bin kein grosser Kenner des Naturschutzbundes NABU. Mir ist nur aufgefallen, dass der Vorsitzende der NABU Ruhr Rechtsanwalt Axel Pottschmidt nicht nur Mitglied der unteren Landschaftsschutzbehörde der Stadt Essen ist, sondern auch als Rechtsanwalt für die Stadtwerke Essen tätig ist, denen Naturschutzfragen in keinsterweise am Herzen hängen. Auch ist Axel Pottschmidt Vorsitzender des Umlegungsausschusses der Stadt Essen. So langsam wird uns auch klar, warum es zu einer Baugenehmigung mitten in einem Landschaftsschutz kommt und dann noch bei einem Grundstück bei dem es nicht einmal Strassen gibt.

  • 10 Elli 29.12.2018, 17:27 Uhr

    Bla bla bla

  • 9 Antonietta 29.12.2018, 09:15 Uhr

    Bei der Verbrennung von Kohle entsteht viel CO2 und dies ist für das Klima schädlich Braunkohle: · hat einen hohen Schwefelanteil (schlecht für die Umwelt) · großer Landschaftsverbrauch durch den Tagebau · der Grundwasserspiegel muss gesenkt werden, damit man sie abbauen kann

  • 8 Tanja Bottke 29.12.2018, 05:47 Uhr

    Lustige Antwort von Rolf Schmitz! Man merkt, dass er wirklich ein Dinosaurier ist!!

    Antworten (1)
    • Schleudertrauma durch Kopfschütteln 30.12.2018, 19:12 Uhr

      Sagen wir mal jeder Jeck ist anders, und man(n)*innen kann zur Braunkohle stehen wie man(n)*innen möchte. Fakt ist ungeachtet dessen, dass sich die NGO's bzw. deren Vertreter wie auch die "Buirer für Buir" nicht klar von der von den "Aktivisten" ausgehenden Gewalt distanzieren; bis heute nicht! Sog. Aktivisten greifen Menschen mit Zwillen / Steinen an. Setzen Autos und Barrikaden in Brand; und bewerfen dann noch Rettungskräfte mit Steinen. Ferner wird ein Brandanschlag (zum Glück nicht erfolgreich) auf eine Pumpenstation verübt. Alles in der ruhigen und besinnlichen Jahreszeit!!! Mit welcher Legitimation??? Vielleicht sollten sich die Vertreter*innen der vermeintlich guten Seite mal fragen, ob Schweigen nicht Zustimmung ist. Die Geister, die sie riefen, bekommen sie nicht mehr in die Flasche zurück. Aber sie können klar zeigen, dass dies nicht ihre Art des Protestes ist. Wäre ein Statement und könnte zumindest das weitere Aufbrechen von tiefen Rissen vorbeugen.

  • 7 Frank 28.12.2018, 23:46 Uhr

    Der NABU sympathisiert offen mit denen, die Polizisten mit Exkrementen bewerfen und neuerdings sogar Feuerwehren im Einsatz mit Brandsätzen attackieren. In tollen PR Aktionen wird dann die Moralkeule öffentlich geschwungen. Ich freue mich schon auf die nächste Spendenbettelei!

  • 6 DerDieDas 28.12.2018, 22:17 Uhr

    Wen interessiert es eigentlich welche irrelevanten Preise der NABU vergibt. Wenn es nach dem NABU geht wohnen wir demnächst in Baumhäusern oder schicken Containerhütten wie im Hambacher Forst. Nach Hause kommt man demnächst auch nicht mehr mit seinem eigenen Fahrzeug, denn es herrschen ja dann Fahrverbote. Wie wäre es mal mit realistischen Argumenten und Lösungen statt dämliche Preise und Verbotskultur.

    Antworten (1)
    • Horst Necker 29.12.2018, 11:41 Uhr

      Sei es dieser NGO auch mal gegönnt, billig eine Meldung zu platzieren. Der Wirtschaft gelingt das laufend und auch mit (markt)radikalen Inhalten. Da denken ich an Bertelsmannstiftung und TTIP, den "Reformer des Jahren" wobei man "Reform" mit Lohn- und Sozialabbau übersetzen muss und die Medien haben sehr lange gebraucht um zu begreifen, dass die Wissenschaftler in einer "Denkfabrik" ganz banal Lobbyisten sind. Umweltschutz ist ja nicht falsch, nur in der radikalen Version kommen die Konflikte. Die Quelle ist eindeutig erkennbar, was bei der Wirtschaft längst nicht immer der Fall ist.

  • 5 Wissender 28.12.2018, 20:40 Uhr

    Nach wie vor gilt, dass in Deutschland eine sichere und bezahlbare Stromversorgung nur und nur unter Einsatz von Kohle und Kernenergie möglich ist. Es laufen ja noch 9000 MW an Kernenergie (Grundlast). Übrigens wurden in den letzten Jahren 10 neue Kohlekraftwerke in D errichtet, welche 40 Jahre laufen sollen. Herr Minister Altmaier war selbst in Neurath bei der Einweihung mit dabei. Egal wie man zu RWE, deren Mitarbeitern und Herrn Dr. Schmitz steht, sie sichern momentan wesentlich die Stromversorgung des Landes. Wie auch die anderen drei großen Stromversorger. Alle bisherigen Versuche, die Versorgung mit wetterabhängigen Quellen zu sichern, sind bislang gescheitert. Auch angesichts der Kampagnen der sgn. Umweltretter mache ich mir große Sorgen um unsere künftige Stromversorgung.

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    • Antwort 28.12.2018, 23:08 Uhr

      da drängt sich mir die Frage auf: von wem haben sie diese Information? oder anders formuliert, die Kampagnen von RWE & Co sind auf fruchtbaren Boden gefallen. Welche Antworten geben sie ihren Enkeln und Urenkeln, wenn diese ihnen die Frage stellen: warum hast du das zugelassen, dass unsere Erde so zerstört wurde?

  • 4 RWE und Klimaschutz 28.12.2018, 19:06 Uhr

    Wie lange soll RWE noch seine umweltschädliche Kohleverstromung betreiben? Seit 1992 gibt es die Klimakonvention und RWE hat sich einen Sch . . . darum gekümmert, geschweige denn Alternativen entwickelt und den Mitarbeitern eine Alternative zu der bisherigen Tätigkeit angeboten. Diese Ignoranz von RWE im Einklang mit den Gewerkschaften und der Politik gehört bestraft und zwar von den Kunden und den Gerichten. Ich möchte nicht wissen, welche gesundheitlichen Schäden bei der Bevölkerung dadurch entstanden sind . . . . Wenn ich noch Strom von RWE beziehen sollte, würde ich mir sofort einen anderen Anbieter suchen!

  • 3 Michael II 28.12.2018, 18:43 Uhr

    Nach der Aufteilung der Aufgaben zwischen RWE und EON stellt sich die Frage, ob RWE zur "Bad Bank" der EON wird, gemäß der Devise: Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren.

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    • Schleudertrauma durch Kopfschütteln 30.12.2018, 16:46 Uhr

      RWE zur BadBank der Eon? Uih, da sind die letzten Informationen wohl nicht durchgedrungen: Kopf hat RWE registriert und Filter Schlechtigkeit assoziiert. Im Grunde handelt es sich bei dem Deal um den Tausch von Geschäftsfeldern. Erneuerbare von Eon an RWE, dafür die Innogy (ohne dann nennenswerte Erneuerbare) von RWE an Eon. Wer da jetzt den schlechteren Deal gemacht hat, wird sich zeigen. RWE setzt klar auf die Erzeugung , Eon auf den Vertrieb. Letzteres ist austauschbar. Kann morgen ein Startup sein. Naja und Smarthome? Die Erzeugung sitzt am Anfang der Wertschöpfungskette und ist somit nicht so leicht austauschbar. RWE wird mit dem Deal zum - ich bin mir nicht ganz sicher - Nummer drei bei den Erneuerbaren in Europa. Aber nen Dino bekommen, weil man neben den Erneuerbaren auf ein ausgewogenes Erzeugungsportfolio setzt. Wie wäre es denn mit VW (Diess) als Dinosaurier? P.S. Beim WDR kann man nur Meldungen gegen RWE kommentieren. Meldungen zum Forst haben keine Kommentarfunktion!

  • 2 Bernie F. 28.12.2018, 17:24 Uhr

    Mit dieser Preisvergabe, treibt der NABU weiter einen Keil zwischen den totalen Gegner der Braunkohleverstromung und den gemäßigten Bürgern, die wissen, dass eine schnelle "Verabschiedung" von der Braunkohle z.Zt. noch nicht möglich ist!! Die vielen tausend Beschäftigte von RWE in NRW fühlen sich vom NABU in die falsche Ecke gestellt, wo Sie ohnehin für die Zukunft um Ihre Arbeitsplätze fürchten müssen! Der NABU zahlt Ihnen keinen müden Euro!! Ich halte von dieser Aktion nichts!

  • 1 Michael 28.12.2018, 13:36 Uhr

    Ist doch genau genommen eine Ehre. Die Dinosaurier waren eine sehr erfolgreiche Art die ca. 170 Millionen Jahre lang die Erde beherrscht haben. Wenn der Mensch so erfolgreich ist, na dann herzlichen Glückwunsch. ?? https://de.wikipedia.org/wiki/Dinosaurier

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    • Tanja Bottke 29.12.2018, 05:50 Uhr

      Aber nun sind die Dinosaurier ausgestorben...

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