In Münster ist Müll teuer, in Monschau das Abwasser

In Münster ist Müll teuer, in Monschau das Abwasser

  • Studie zu Gebühren zeigt große Unterschiede
  • Durchschnittlich 564 Euro Müllgebühr in Münster
  • Monschau hat die höchsten Abwassergebühren

Die Gebühren für Müll und Abwasser haben sich im vergangenen Jahr im NRW-Durchschnitt wenig verändert. Jedoch sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Kommunen erheblich. Das geht aus einer Erhebung des Steuerzahlerbunds NRW hervor, die am Dienstag (20.8.2019) vorgestellt wurde. Der Vorsitzende des Steuerzahlerbunds, Rik Steinheuer, sagte, die Belastung der privaten Haushalte habe sich "auf hohem Niveau stabilisiert".

Danach zahlt in Münster ein Vier-Personen-Haushalt 564 Euro Abfallgebühren pro Jahr. Am günstigsten sind die Gebühren in Blankenheim im Kreis Euskirchen: Die Modellfamilie zahlt dort mit 129 Euro nicht einmal ein Viertel der Summe, die in Münster fällig wird.

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Kostspielige Müllbehandlung

Dass Münster seit Jahren Spitzenreiter bei den Müllgebühren ist, hat laut Steuerzahlerbund mehrere politisch gewollte Gründe. So leiste sich die Stadt elf Recyclinghöfe - Düsseldorf etwa betreibe nur drei. In Münster gebe es zudem flächendeckend Biotonnen, die wöchentlich geleert würden. Andernorts fehlen diese Tonnen ganz.

Außerdem habe Münster eine kostspielige mechanisch-biologische Anlage zur Vorbehandlung des Hausmülls, während etwa das benachbarte Steinfurt mit jährlichen Müllgebühren von nur 163 Euro auf günstige Verträge mit Müllverbrennungsanlagen setze.

NRW-weit große Unterschiede

In Bad Laasphe, Dahlem, Paderborn, Altenbeken oder Kreuztal seien die Kosten für die kommunalen Entsorgungsanlagen deutlich gestiegen. Anders in Bad Oeynhausen, Lüdinghausen oder Rösrath: Dort wurde der Vertrag über die Müllabfuhr europaweit neu ausgeschrieben. Allerdings gebe es, so der Steuerzahlerbund, viel zu wenige Anbieter und daher ein regelrechtes Marktversagen.

Auch Abwassergebühr auf hohem Niveau

Bei den Abwasser-Gebühren ist das Eifelstädchen Monschau Spitzenreiter. 1231,60 Euro muss ein der Modellhaushalt dort pro Jahr bezahlen. Am günstigsten sind die Abwassergebühren in münsterländischen Reken mit 246,50 Euro.

Als Grund für eine Anhebung der Abwassergebühren werden in Rietberg, Mettingen, Gütersloh oder Harsewinkel gestiegene Kosten für die Entsorgung des Klärschlamms genannt.

Spartipps

  • Gartenbesitzer können nach Rekordsommern wie 2018 eine Reduzierung der Abwassergebühren beantragen, weil nur ein größerer Teil des verbrauchten Wassers auf Rasen und Beete fließt und nicht in die Kanalisation.
  • Wer sein Dach begrünt oder eine Regenwasser-Zisterne anlegt, kann Abwassergebühren sparen.
  • Müllgebühren lassen sich reduzieren, wenn man eine kleinere Tonne oder einen längeren Abfuhr-Rhythmus wählt - etwa dann, wenn sich der Haushalt verkleinert hat.
  • Wer selbst kompostiert, kann einen Abschlag der Gebühren beantragen.

Abwassergebühren in NRW 2018/2019

Stand: 20.08.2019, 15:33

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