Moria-Katastrophe: NRW-Kommunen bieten ihre Hilfe an

Moria-Katastrophe: NRW-Kommunen bieten ihre Hilfe an

Moria ist eine humanitäre Katastrophe. Rund 13.000 Menschen sind nach dem verheerenden Brand ohne Wasser, Nahrung und Obdach. In NRW ist die Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge groß.

Es ist ein tragisches Schauspiel - mitten in Europa. Nach dem verheerenden Brand herrscht im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ein humanitärer Ausnahmezustand. Kein Wasser, keine Nahrung, kein Obdach. Das Schicksal der rund 13.000 Geflüchteten beschäftigt die Spitzen der europäischen Politik. Und bewegt NRW.

Eine Welle der Solidarität rollt durchs Land. Bei den Menschen, in den Kommunen. Die Stadt Hamm hat sich bereit erklärt, 200 Flüchtlinge aufzunehmen. Viele andere NRW-Kommunen folgen dem Beispiel. Unter anderem ist Düsseldorf bereit, rund 150 Menschen aufzunehmen, Krefeld und Bielefeld 100, Minden 10. Vierzig NRW-Städte wollen helfen.

"Paderborn wird jeden Flüchtling, der der Stadt zugewiesen wird gerne aufnehmen", sagte Bürgermeister Michael Dreier. Ähnliche Töne aus Herford: "Das Signal ist klar" sagt Herfords Bürgermeister Tim Kähler, "wir sind bereit, schickt sie zu uns." Viel Hilfsbereitschaft vonseiten der Kommunen - mit Unterstützung vieler Bürger.

Entscheidung liegt beim Bund

Moria Demo auf Prinzipalmarkt in Münster

Demo in Münster

In Bochum demonstrierten am Donnerstag Tausende, um auf das Schicksal der Menschen in Moria aufmerksam zu machen. Nach Veranstalterangaben kamen rund 2.000 Protestler zusammen. Schon am Mittwoch war es landesweit zu Solidaritätsdemos gekommen. Unter anderem in Köln, Münster, Krefeld, Bonn und Wuppertal.

Und die "große Politik"? Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach angesichts einer fehlenden Migrationspolitik der EU von "einer schweren Bürde". Gemeinsam mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron verständigte sie sich darauf, rund 400 unbegleitete Minderjährige aus Moria zu holen und auf mehrere EU-Länder zu verteilen. Doch das kann nur der Anfang gewesen sein. Ein kleiner. Und die Entscheidung, wie viele Flüchtlinge aufgenommen werden, liegt allein beim Bund.

Stand: 10.09.2020, 20:23

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