Was tun, wenn Kinder über WhatsApp bedroht werden?

Was tun, wenn Kinder über WhatsApp bedroht werden?

Droh-Nachrichten über WhatsApp versetzen Kinder in Angst und Schrecken. Was steckt dahinter und wie kann man seinen Kindern helfen?

Worum geht es konkret?

Um eine perfide Form des elektronischen Kettenbriefs, mit denen via WhatsApp Kinder verängstigt werden. Eine weibliche Computerstimme sagt da etwa: "Hi, ich bin Nico und bin neun Jahre alt und habe keine Hände mehr und mein Gesicht ist voller Narben und Blut. Schicke dies in 20 Minuten an 20 Leute. Wenn du es nicht tust, wird deine Mutter in fünf Jahren ermordet."

Warum verschickt jemand solche Droh-Kettenbriefe?

"Der einzige Sinn und Zweck ist, möglichst viele Menschen zu verunsichern - so irrsinnig das ist", sagt WDR-Digitalexperte Jörg Schieb.

Werden über die Kettenbriefe Viren verteilt?

"Viren werden auf diese Art und Weise nicht verbreitet. Es werden auch keine Daten gesammelt. Da kommt derjenige, der diese Nachricht verschickt, nicht dran", sagt Schieb.

Hat WhatsApp auf dieses nicht neue Phänomen reagiert?

"In Indien gab es durch die Verbreitung von Falschmeldungen sogar Lynchmorde. Und da ist dann sogar WhatsApp wach geworden und hat die Weiterleitungs-Funktion eingeschränkt, von 20 auf fünf Leute. Das hat den Effekt, dass auch Kettenbriefe deutlich weniger schnell verbreitet werden", so Schieb.

Wie kommt man den Initiatoren auf die Schliche?

Laut Polizei ist es schwierig, an die Ursprungsabsender zu kommen. Oft sind diese Kettenbriefe seit Jahren im Netz unterwegs.

Wie sollten Eltern reagieren?

Der Medienpädagoge Matthias Felling rät Eltern: Ruhe bewahren und im ersten Schritt den Absender blockieren. Wichtig sei auch, dass die Kinder wissen, dass sie sich immer an ihre Eltern wenden können und nicht alleine sind.

Ist es besser, Kindern WhatsApp zu verbieten?

Nein, sagt der Medienpädagoge. Ein Verbot führe letzlich immer zum Katz-und-Maus-Spiel zwischen Eltern und Kind. Außerdem werde sich das Kind bei einem Verbot kaum an die Eltern wenden, wenn es einen Kettenbrief erhält.

Wie kann man Kindern die Angst nehmen?

Sie darüber aufklären, dass nicht alles stimmt, was im Internet steht und an Nachrichten verschickt wird, sagt Medienpädagoge Felling.

Wie kann man Kettenbriefe identifizieren?

Bei der Einordnung helfen zum Beispiel Listen der Technischen Universität Berlin und das Anti-Fake-News-Portal "Mimikama".

Ist die Altersbeschränkung bei WhatsApp sinnvoll?

Ja, sagt Medienpädagoge Felling. Je jünger die Kinder sind, desto verheerender sei die Wirkung. 2018 setzte WhatsApp das Mindestalter für seine Nutzer in Europa von 13 auf 16 Jahre hoch. Wer sein Kind früher darüber kommunizieren lässt, sollte es über Kettenbriefe aufklären.

Stand: 24.01.2019, 18:16

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