"Mogelpackung 2019": Kein Käse bei Mirácoli

Mogelpackung 2019

"Mogelpackung 2019": Kein Käse bei Mirácoli

  • "Mirácoli" zur "Mogelpackung des Jahres 2019" gewählt
  • Online-Umfrage der Verbraucherzentrale Hamburg
  • Mehr als ein Drittel der Teilnehmer stimmte für das Nudelgericht

Bei Mirácoli, dem Nudel-Schnell-Gericht aus dem Hause Mars, wird an allem gespart: an der Sauce, an der Gewürzmischung und am Käse. Nur der Preis ist gleich geblieben – einen gesonderten Hinweis auf den reduzierten Inhalt sucht man auf dem Karton aber vergebens. Das hat Mirácoli jetzt den Titel "Mogelpackung des Jahres 2019" eingebracht, wie die Verbraucherzentrale Hamburg am Dienstag (21.01.2020) bekannt gab.

43.000 Verbraucher stimmten zur Mogelpackung ab

Bei einer Online-Umfrage entfiel mehr als ein Drittel der abgegebenen 43.000 Stimmen auf das Schnellgericht, das seit dem vergangenen Jahr ohne Käse-Päckchen ausgeliefert wird.

Zur Wahl standen insgesamt fünf Produkte: Neben Mirácoli auch eine Milka-Schokolade, ein Hipp-Karottensaft, eine Margarine der Marke Rama und Cerealien aus dem Hause Kellogg's.

"Mogelpackung 2019": Fünf Kandidaten, viel Ärger

Fünf "Kandidaten" hat die Verbraucherzentrale ins Rennen um den Titel "Mogelpackung" geschickt und die Begründung gleich mitgeliefert. Klicken Sie sich zum Testsieger durch!

Mogelpackung 2019

Platz 5: Bei den "Frosties" von Kellogg's wurde die Füllmenge von 375 auf 330 Gramm reduziert. Bei gleichbleibendem Verkaufspreis entspricht das einer versteckten Preiserhöhung von 14 Prozent. Auch andere Cerealien-Produkte sind davon betroffen. Die Größe der Kartons hat sich nicht verändert, sodass nun noch mehr Luft in den übergroßen Verpackungen steckt. Gut 3.000 Teilnehmer gaben Frosties dafür ihre Stimme - das sind 7,7, Prozent.

Platz 5: Bei den "Frosties" von Kellogg's wurde die Füllmenge von 375 auf 330 Gramm reduziert. Bei gleichbleibendem Verkaufspreis entspricht das einer versteckten Preiserhöhung von 14 Prozent. Auch andere Cerealien-Produkte sind davon betroffen. Die Größe der Kartons hat sich nicht verändert, sodass nun noch mehr Luft in den übergroßen Verpackungen steckt. Gut 3.000 Teilnehmer gaben Frosties dafür ihre Stimme - das sind 7,7, Prozent.

Platz 4: Die 2019 eingeführte Schokolade "Milka Darkmilk" von Mondelez  ist nur 85 Gramm schwer, sieht aber aus wie eine Standardtafel mit 100 Gramm. Weil sie nicht weniger kostet, ist die Darkmilk Schokolade bis zu 18 Prozent teurer als viele andere Milka-Schokoladen. Die Angabe zur Füllmenge ist gut versteckt auf der Rückseite der Verpackung. Ergebnis: 3.700 Stimmen.

Platz 3: Die Margarine "Rama unser Meisterstück" wird im 350-Gramm-Becher verkauft und ist dadurch bei gleichem Preis bis zu 43 Prozent teurer als andere Aufstriche von Rama. Auch scheint die Rezeptur der Margarine gar nicht so meisterhaft neu zu sein wie vom Hersteller versprochen, so die Verbraucherzentrale Hamburg. Das geht gar nicht, fanden 6.300 Umfrage-Teilnehmer.

Platz 2: Der Inhalt des "Bio Direktsaft Karotte" von Hipp  in der Einwegglasflasche schrumpfte von 500 auf 330 Milliliter. Darüber hinaus stieg der Verkaufspreis für das Getränk im Handel an. Unterm Strich führte diese "doppelte Preiserhöhung" zu einem drastischen Preisanstieg von bis zu 115 Prozent. Von dieser Begründung ließen sich fast 14.000 Teilnehmer überzeugen - fast so viele wie beim Sieger.

Platz 1: Beim Nudelgericht "Mirácoli" von Mars ist der Käse aus der Packung verschwunden, kritisiert die Verbraucherzentrale. Doch damit nicht genug, der Hersteller füllte auch noch einen Klecks Tomatensauce sowie eine Prise Würzmischung weniger ab. Verkauft wird das Produkt aber zum alten Preis. Das ärgerte 15.700 Umfrageteilnehmer - und brachte dem Schnellgericht die zweifelhafte Ehre ein, als "Mogelpackung des Jahres 2019" ausgezeichnet zu werden.

Und hier der Vorjahressieger: Die Chipsletten der Firma Bahlsen mit 70 Gramm weniger Inhalt. Das fiel kaum auf, weil Packungsgröße und oft auch der Preis unverändert blieben. Urteil der Verbraucherzentrale: "Besonders dreist".

Wo ist der Käse?

Das fehlende Käse-Päckchen hat übrigens schon für viel Aufregung in den sozialen Medien gesorgt. Hier nur ein Beispiel:

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Jetzt hat der Mirácoli-Hersteller Mars die Quittung bekommen. Dabei sieht er sich im Recht: "Aus einer Umfrage, die wir mit einem unabhängigen Meinungsforschungsinstitut durchgeführt haben, konnten wir ableiten, dass unsere Konsumenten den Pamesello-Käse (...) häufig nicht nutzen." Die Verbraucherzentrale hätte aber einen Vorschlag zur Güte: "Warum bietet man nicht einfach eine zweite Variante mit Käse an?"

Verbraucherzentrale: Immer mehr Beschwerden

Die Zahl der Beschwerden zu versteckten Preiserhöhungen und überdimensionierten Verpackungen nimmt zu, wie die Verbraucherzentrale mitteilte. 2019 gingen über 2.500 Meldungen bei ihr ein. Die Experten fordern seit langem eine "Transparenzplattform", auf der Hersteller Füllmengeänderungen und einen unverbindlichen Verkaufspreis veröffentlichen müssen. Damit, so die Hoffnung, könnten Verbraucher vor versteckten Preiserhöhungen geschützt werden.

Mogelpackung des Jahres

WDR 2 Servicezeit 21.01.2020 02:59 Min. Verfügbar bis 20.01.2021 WDR 2

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Stand: 21.01.2020, 16:00