Drohnen retten in Harsewinkel Rehe vor dem Mähdrescher

Förster trägt Rehkitz

Drohnen retten in Harsewinkel Rehe vor dem Mähdrescher

  • Rehkitze vor dem Mähtod bewahren
  • Drohne soll Jungtiere aufspüren
  • Stadt Harsewinkel unterstützt Retter

Der Treffpunkt ist früh. Um fünf Uhr morgens sind sie an einer Wiese nahe Harsewinkel verabredet. Hier soll heute gemäht werden. Sechs Helfer sind dem Aufruf von Rolf Bellmann gefolgt, dem Leiter des Hegerings. "Wir müssen so früh da sein", sagt Bellmann, "sonst wird es zu warm". Nur in den kühlen Morgenstunden kann die Wärmebildkamera ihrer Drohne den Unterschied zwischen Körpertemperatur und Boden erkennen.

Drohne mit Wärmebildkamera

Ein solches Gerät hat die Stadt Harsewinkel angeschafft, damit Helfer Rehkitze im hohen Gras aufspüren und sie so vor dem Mähtod bewahren können. Früher haben sie die Wiesen mit Hunden abgesucht, doch das war selten erfolgreich. Rehkitze haben kaum Eigengeruch, selbst ausgebildete Jagdhunde nehmen ihn kaum wahr.

Auch der Versuch, die Jungtiere mit lauten Geräuschen zu vertreiben, funktionierte nicht wirklich. Bei drohender Gefahr drücken sich die Kitze im hohen Gras instinktiv zu Boden, das soll vor natürlichen Fressfeinden wie Füchsen schützen. Für die Landwirte waren sie dadurch beim Mähen allerdings noch schwieriger zu entdecken.

Stadtrat segnete Anschaffung der Drohne einstimmig ab

Rolf Bellmann hat daher für die Anschaffung der Drohne geworben. "Wir haben mit der Feuerwehr und der Stadt gesprochen, die hatten auch Bedarf", erzählt er. So haben sie gemeinsam einen Antrag an den Rat der Stadt gestellt. Einstimmig beschloss der die Anschaffung der Drohne mit Wärmebildkamera. Drei Monate im Frühsommer steht sie den Kitzrettern nun zur Verfügung.

Rehkitz liegt im Gras

Ralf Hustert steuert die Drohne an diesem Morgen. "Sobald wir etwas gefunden haben, geben wir den Läufern Bescheid", erklärt er. Läufer sind die Helfer, die vom Wiesenrand aus den festgelegten Bahnen der Drohne folgen. Entdeckt der Drohnenpilot etwas, steuert er sie per Funkgerät zum Fundort.

Retter trägt gefundenes Kitz aus der Wiese

Hustert hat etwas entdeckt. "Objekt erkannt", spricht er in sein Funkgerät. Dabei kann es sich um ein Rehkitz, Wildhasen oder ein Fasanengelege handeln - oder auch nur um einen kürzlich aufgeworfenen Maulwurfshügel.

"Kitz gefunden", tönt es kurz darauf aus dem Funkgerät. Der Ort wird markiert und später wird das Tier aus der Wiese getragen. Dort wird es von seiner Mutter wieder aufgenommen. Als wenig später der Landwirt zum Mähen kommt, besteht kein Risiko mehr. Das frühe Aufstehen der Helfer hat sich also gelohnt.

Stand: 18.05.2020, 06:00

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