Kirchen in NRW verlieren weiter Mitglieder

Kirchen in NRW verlieren weiter Mitglieder

  • Weniger Mitglieder bei Katholiken und Protestanten
  • Zahl der Austritte bleibt konstant
  • Kirchensteuereinnahmen steigen trotzdem

Die beiden großen christlichen Kirchen in NRW verlieren weiter Mitglieder. Das teilte die Deutsche Bischofskonferenz am Freitag (20.07.2018) in Bonn mit. Im vergangenen Jahr gehörten rund 6,86 Millionen Menschen in NRW der katholischen Kirche an - rund 80.500 weniger als 2016. Auch bei der Evangelischen Kirche setzte sich der Mitgliederschwund fort. Den drei Landeskirchen Rheinland, Westfalen und Lippe gehörten 2017 rund 4,49 Millionen Menschen an. Der Mitgliederrückgang lag den Angaben zufolge zwischen 1,4 und rund zwei Prozent, in absoluten Zahlen bei rund 77.900.

Grund: Bevölkerungsentwicklung und Austritte

Verantwortlich für den Schwund sind demografische Faktoren - aber auch die Zahl der Austritte. Die katholische Kirche verzeichnete in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr rund 73.600 Bestattungen und etwa 38.300 Kirchen-Austritte. Damit traten etwas mehr Menschen aus als im Vorjahr (37.505). Der Trend bei der Evangelischen Kirche im Rheinland, der zweitgrößten deutschen Landeskirche, sah ähnlich aus: Rund 38.800 Mitglieder starben, 20.130 Mitglieder traten aus.

"Es gibt viele Vorurteile gegenüber der Kirche"

WDR 5 Morgenecho - Interview 20.07.2018 06:02 Min. WDR 5

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Steuereinnahmen steigen

Trotz sinkender Mitgliederzahlen stiegen wegen der guten wirtschaftlichen Lage die Kirchensteuereinnahmen weiter an. Bei der katholischen Kirche waren es 2017 rund 6,43 Milliarden Euro (2016: 6,15 Milliarden Euro), die EKD verzeichnete 5,67 Milliarden Euro (2016: 5,45 Milliarden Euro). Man stelle man sich aber auf sinkende Einnahmen in der Zukunft ein, wenn die geburtenstarken Jahrgänge das Rentenalter erreichen, hieß es.

Stand: 20.07.2018, 16:34

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