Gruppenvergewaltigungen wie in Velbert sind kein Einzelfall

Gewalt unter Jugendlichen

Gruppenvergewaltigungen wie in Velbert sind kein Einzelfall

  • Vergewaltigungen wie in Velbert kein Einzelfall
  • Kriminalstatistik seit Jahren auf ähnlichem Niveau
  • Machtfantasien und Gruppendynamik spielen eine Rolle

Ein Blick in die Kriminalstatistik offenbart: Gruppenvergewaltigungen wie in Velbert sind kein Einzelfall. Wir erfahren nur öfter von ihnen, sagen Psychologen. Wie zum Beispiel Anfang des Jahres von einer Clique aus dem Ruhrgebiet, die immer wieder Mädchen in eine Falle gelockt und vergewaltigt haben soll.

2017 machte ein Fall aus Chicago international Schlagzeilen: Bei Facebook hatten rund 40 Menschen live mitverfolgen können, wie mehrere Menschen eine 15-Jährige vergewaltigten.

467 Tatverdächtige im letzten Jahr

Sexualdelikte, in denen gleich mehrere Männer über Frauen herfallen, beschäftigen Polizei und Staatsanwaltschaft in Deutschland laut Polizeilicher Kriminalstatistik seit Jahren auf stets ähnlichem Niveau. So ermittelten die Behörden 2017 gegen 467 Tatverdächtige, die an Gruppenvergewaltigungen beteiligt gewesen sein sollen - mehr als ein Drittel von ihnen sind Jugendliche oder Heranwachsende unter 21 Jahren, in aller Regel männlich.

Warten auf das Einschreiten der anderen

"Je größer die Gruppe, desto unwahrscheinlicher ist es, dass einer Stopp sagt", erklärt Christian Lüdke, Psychotherapeut und Experte für Täterverhalten. Der einzelne bekomme das Gefühl, die Taten der anderen seien schlimmer, oder er warte vergeblich auf das Einschreiten der anderen.

Stattdessen steigere sich der gemeinsame Tatrausch immer weiter. "Es kann sogar sein, dass sich - typisch männlich - ein Wettkampf entwickelt, in dem jeder der härteste sein will."

Stand: 13.06.2018, 17:22

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